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Bahn-Sensation: Bekommt Hamburg nach 69 Jahren Stillstand eine neue Verbindung?

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Von: Jan Knötzsch

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Bahnt sich da etwa im wahrsten Sinne des Wortes etwas an? Hamburg könnte schon bald eine neue Bahnverbindung bekommen. 24hamburg.de verrät, auf welcher Strecke.

Hamburg – Es ist das Einfachste der Welt: Eine Strecke von A nach B zurücklegen. Auch in Hamburg. Schließlich gibt es hier ja genügend Möglichkeiten, sich durch die Hansestadt Hamburg zu bewegen: die S-Bahn Hamburg zum Beispiel, die bald bis nach Kaltenkirchen fahren soll. Oder aber eine Fahrt mit dem HVV – wenn nicht gerade die HVV-Line U1 gesperrt ist so wie ab Juni monatelang. Immerhin: der HVV ist auch fortschrittlich, geht mit der Zeit – und so kann man bald in den HVV-Bussen nur noch bargeldlos Tickets kaufen.

Bekommen die Hamburgerinnen und Hamburger bald eine zusätzliche Möglichkeit, von A nach B zu kommen? Denkbar!

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1.851.430
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Neue Bahnstrecke für Hamburg? Auf diesem Streckenabschnitt sollen die Züge fahren

Die Deutsche Bahn hat gerade erst angekündigt, dass sie in Hamburg und Schleswig-Holstein 890 Millionen Euro in die Hand nimmt, um in die Infrastruktur – und damit auch in die Zukunft – zu investieren. Unter anderem fließt Geld davon in den neuen Fernbahnhof Altona, der vom aktuellen Standort des Bahnhofs Hamburg-Altona zum S-Bahnhof Diebsteich umziehen soll. Auch der Hamburger Hauptbahnhof soll bald eine Frischzellenkur erfahren. Bereits vor geraumer Zeit wurden Pläne vorgestellt, dass der Hamburger Hauptbahnhof eine zweite Halle bekommt. Kurz nach Veröffentlichung dieser Pläne liefen Denkmalschützer Sturm gegen dieses Vorhaben.

Im Hintergrund ein leeres Bahngleis. Im Vordergrund eine Regionalbahn der Deutschen Bahn mit dem Fahrtziel Hamburg.
Gibt es in Hamburgs Osten bald eine neue Bahnverbindung, auf der 68 Jahre lang keine Personen befördert wurden? (24hamburg.de-Montage) © Chris Emil Janßen/Christian Ohde/imago

In Hamburg macht es derzeit Sinn, sich zumindest zu überlegen, ob man nicht lieber auf die S-Bahnen und U-Bahnen umsteigt, die in der Stadt von Alster und Elbe fahren. Auf den Straßen der Hansestadt ist die Wartezeit schließlich in letzter Zeit größer als die, wenn man auch den HVV oder die S-Bahn wartet. So wie Grünen-Verkehrssenator Anjes Tjarks es der Stadt vorhersagt – Hamburg soll für die nächsten Jahrzehnte eine Dauerbaustelle bleiben – ist es jetzt irgendwie schon. Zumindest gefühlt.

Bekommt Hamburg eine neue Bahn-Verbindung? So wird die Strecke aktuell genutzt

Beispiele gefällig? Nichts leichter als das: Die Köhlbrandbrücke wird an drei noch ausstehenden Wochenenden zum potenziellen Stau-Mekka, weil dort in beide Richtungen nur ein Fahrstreifen befahren werden kann. Die B5 wird gleich ein ganzes Jahr einspurig. Und als ob dies nicht schon genug sei, droht auch wegen Bauarbeiten in Bahrenfeld wochenlang ein erhöhtes Stau-Risiko. Klingt alles nach sehr viel Stress, Zeitverlust – und danach, dass Autofahrerinnen und -fahrer in Hamburg auf lange Sicht Nerven wie Stahlseite brauchen werden. Wohl dem, der da die Ruhe behält. Oder ist Hamburgs Verkehr etwa doch besser als sein Ruf?

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Wie dem auch sei: Unter Umständen gibt‘s bald zumindest im Hamburger Osten eine Alternative für all‘ die, die es leid sind, ins Auto zu steigen und gezwungener Maßen herumzustehen. Denn: Hamburg und Schleswig-Holstein wollen eine tote Bahnstrecke wieder beleben – nachdem dort zumindest in Sachen Personenverkehr 69 Jahre lang Stillstand herrscht. Zwischen Hamburg-Bergedorf und Geesthacht könnte ein altes Gleis für Personenzüge genutzt werden. Das wurde am Freitagabend bei einer gemeinsamen digitalen Ausschuss-Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft und des Landtags in Kiel besprochen, berichtet der NDR.

Neue Bahn-Verbindung in Hamburg: Das würde die Strecke für den Personenverkehr kosten

Seit 1953 fahren auf der Strecke zwischen Bergedorf und Geesthacht nur einige Güterzüge. Die Hamburger CDU setzt sich seit Jahren dafür ein, die 14 Kilometer lange Gleisstrecke wieder für den Personenverkehr zu nutzen – und fordert nun die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein auf, die entsprechende Kohle dafür zu finden und locker zu machen. Wie viel Geld das wäre? Laut NDR wurden die Kosten vor Jahren auf mindestens 75 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen 20 Millionen für den jährlichen Betrieb. Der Bund soll bis zu 90 Prozent der Kosten übernehmen.

Mit einem einstimmigen Beschluss wollen die Abgeordneten nun Druck machen. Ein Zug würde für die Strecke übrigens 20 Minuten benötigen – damit wäre er doppelt so schnell wie der Bus. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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