Außengastronomie und Geschäfte

Corona-Lockerungen: Das ist Hamburgs Öffnungsplan

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Pfingsten steht vor der Tür – und damit auch Lockdown-Lockerungen. Das hat der Senat in Hamburg versprochen. Doch was wird wann geöffnet? Ein Regel-Überblick.

Hamburg – Die angekündigte Öffnung der Außengastronomie in der Hansestadt Hamburg ist bei großen Teilen der Opposition in der Hamburger Bürgerschaft auf große Zustimmung gestoßen. Es sei richtig, dass der Senat diesen Lockerungsschritt noch vor Pfingsten und damit früher als geplant umsetze, sagte der CDU-Fraktionschef Dennis Thering. „Ich glaube, das haben die Hamburgerinnen und Hamburger jetzt auch verdient.“

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Nachdem zuletzt der Inzidenzwert in Hamburg rapide gefallen ist, hatte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Wochenende eine zügige Öffnung der Außengastronomie ins Spiel gebracht. Die Stadt sei sehr „gebremst im Infektionsgeschehen“ und weise mittlerweile wieder eine „außergewöhnlich stabile Lage“ auf, sagte der Rathauschef in der ARD-Sendung von „Anne Will“. Deshalb könne man nun großzügigere Öffnungsschritte ins Auge fassen.

Lockdown-Lockerung in Hamburg: Wann öffnen Restaurants und Geschäfte - das ist der Plan

Am Dienstag, 18. Mai 2021, will Tschentscher dem Senat eine Öffnung der Außengastronomie noch vor Pfingsten vorschlagen. Damit würde die Aufhebung der Beschränkungen in der Gastronomie vorgezogen. Denn ursprünglich hatte die rot-grüne Landesregierung diesen Schritt erst für Anfang Juni vorgesehen. Erst in der vergangenen Woche hatte der Senat ein mehrstufiges Lockerungskonzept vorgelegt, mit dem schrittweise der Knallhart-Lockdown beendet werden soll.

Stellt schnelle Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Doch was gilt jetzt genau? Einige Teile des Öffnungsplans sind bereits umgesetzt worden. Andere werden vorgezogen. Hier der Überblick über die Maßnahmen, über die der Senat am Dienstag berät:

  • Schritt eins: Dieser wurde bereits in Kraft gesetzt. Dabei wurde die Ausgangssperre aufgehoben, die Maskenpflicht auf Spielplätzen abgeschafft, Kindersport im Freien mit zehn Kindern gestattet. Außerdem gilt seit dem 17. Mai 2021 in den Kitas statt Notbetreuung jetzt wieder der eingeschränkte Regelbetrieb und an den Schulen für alle Klassenstufen ein Wechselunterricht. Darüber hinaus dürfen ab dem 18. Mai 2021 unter Einhaltung von Hygiene- und Testregeln wieder Museen*, Gedenkstätten, Bibliotheken sowie Ausstellungshäuser öffnen.
  • Schritt zwei: Diese Lockerungen stehen ebenfalls kurz bevor. So sollen hier Beschränkungen für den Einzelhandel aufgehoben werden, ebenso wie für körpernahe Dienstleistungen. Kontaktbeschränkungen werden auf fünf Personen aus zwei Haushalten erweitert, Kindersport im Freien ist mit bis zu 20 Kindern erlaubt, Kindergeburtstage dürfen zu Hause mit zehn Kindern unter 12 Jahren gefeiert werden. Praktischer Fahrunterricht darf wieder erteilt werden, ebenso können unter bestimmten Bedingungen kulturelle oder sportliche Veranstaltungen im Freien erlaubt werden. Für diese Maßnahmen hat der Senat den 22. Mai 2021 anvisiert.
  • Schritt drei: Sollte das Infektionsgeschehen nach Inkrafttreten von Stufe zwei immer noch stabil sein, dann können weitere Öffnungen in den Bereichen Außengastronomie, Sport, Kultur, Schule, Hochschule, Kitas und bei den Kontaktbeschränkungen möglich sein.
  • Schritt vier: Touristische Angebote, Gastronomie, Restaurants, Hotels und sonstiges Beherbergungswesen wäre dann ebenfalls mit Lockerungen an der Reihe.

Inwieweit dieser Fahrplan weiter Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Nachdem bereits die Überlegungen, die Lockerungen für die Außengastronomie von Stufe drei in zwei vorzuziehen, immer konkreter werden, steigt der Druck auf den Senat für weiteres Handeln. Am Montag sackte die Inzidenz erstmals seit Oktober 2020 wieder unter die Schwelle von 50. Dadurch werden die Rufe nach weiteren und schnelleren Lockerungen als bisher in dem Fahrplan vorgesehen, immer lauter.

Öffnungen vor Pfingsten: Senat berät Lockerungen für Gastronomie und Einzelhandel

So nannte Unionsfraktionschef Thering die Öffnung der Außengastronomie einen ersten, wichtigen Schritt. Mit dem Unterschreiten der 50er-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz sei es zu diskutieren, ob nicht sogar der Innenbereich von Restaurants unter bestimmten Hygienekonzepten freigegeben werden könnte, sagte der CDU-Politiker. „Der Senat ist jetzt in der Pflicht, ein Konzept vorzulegen, wie es in den nächsten Wochen aussehen kann. Das Wichtigste ist, dass die Gastronomie, die ja wirklich hart gebeutelt ist, endlich Planungssicherheit hat“, forderte Thering.

Im Gegensatz zu anderen Ländern steht Hamburg beim Inzidenzwert mittlerweile glänzend da. Doch während Schleswig-Holstein* oder Niedersachsen* großzügig öffnen, fährt Tschentscher einen eher vorsichtigen Kurs. Trotz seiner jetzt mutiger geplanten Schritte, will der Rathauschef seine Linie nicht komplett aufgeben. Durchaus dürften sich die Hamburgerinnen und Hamburger auf einen ähnlichen entspannten Sommer wie im Jahr 2020 einstellen, dennoch sei weiterhin auch noch Vorsicht geboten. Man solle jetzt nicht gleich wieder alles „riskieren, indem wir zu unvorsichtig werden“, riet Tschentscher. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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