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Gastronomie in Hamburg: Altona und Mitte streiten sich ums Servieren im Freien

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Hamburger Gastronomen aus Altona dürfen weiter draußen servieren, Restaurants in Mitte müssen dagegen in einen eingeschränkten Winterbetrieb gehen.

Hamburg – Die Corona-Pandemie scheint angesichts der Energiekrise, die wie auf dem Fuß folgte, in den Köpfen der meisten Menschen schon vergessen zu sein. Für Gastronomen hat die globale Krankheitswelle aber noch immer große Auswirkungen – auch in Hamburg.

Stadt in DeutschlandHamburg
BürgermeisterPeter Tschentscher
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialamt)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
BezirkeAltona, Bergedorf, Eimsbüttel, Hamburg-Mitte, Hamburg-Nord, Harburg, Wandsbek

Besonders beim Thema Außengastronomie sorgt Corona weiterhin für Stress. Der Grund ist aktuell die in der Pandemie eingeführte Regelung, dass Restaurants auch auf umliegenden Flächen servieren dürfen. Diese wird nämlich jetzt für einige Teile Hamburgs aufgehoben, andere wiederum dürfen weiterhin erweiterte Außengastronomie betreiben.

Außengastronomie in Hamburg während Corona: Auch auf Parkplätzen serviert

Der Streit um die Außengastronomie betrifft in erster Linie die beiden Hamburger Bezirke Altona und Mitte. Während der extremen Phasen der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Umsatzeinbußen und drohenden Corona-Pleiten war es den Restaurants in Hamburg erlaubt, auch umliegende Lieferzonen und Parkplätze zu nutzen, um Getränke und Speisen draußen zu servieren. Das hatte den Vorteil, dass die Gastronomen weiterhin eine größere Anzahl Gäste bedienen konnten und trotzdem nicht alle Kunden in den Innenraum hineinlassen mussten. Auch für viele vorsichtige Gastronomie-Gäste war es ein beruhigendes Gefühl, an der frischen Luft zu essen als in Innenräumen. De facto sorgte diese Regelung dafür, dass viele Restaurants in Betrieb bleiben konnten, die sonst im Zweifel hätten dicht machen müssen.

Während die Pandemie nun scheinbar ihr Ende findet und krisentechnisch von dem russisch-ukrainischen Krieg abgelöst wurde, soll auch die Ausnahmeregelung für die Außengastronomie auslaufen. Das Problem: Sie gilt in Teilen Hamburgs weiter.

Ungerechte Ungleichheit: In Mitte muss Gastronomie Parkplätze räumen, in Altona nicht

Der Stichtag ist der 31. Oktober. Nach dem Halloween-Montag wird es Restaurants in Hamburg Mitte wieder untersagt sein, Außenflächen zu nutzen, die nicht zu ihrer eigenen Besitz- oder Mietfläche gehören. Für Hamburg Altona gelten allerdings andere Regeln.

Restaurant in Hamburg Mitte mit Außengastronomie und ein Stoppschild
Restaurants wie dieses auf St. Pauli dürfen demnächst nur noch sehr eingeschränkt draußen servieren - im Gegensatz zu Restaurants in Altona. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Yay Images & IMAGO Images/imagebroker

Die CDU, SPD, FDP und Grüne wollen die Gastronomie angesichts der neuen Krise, nämlich der vor allem für Restaurants horrenden steigenden Energiepreise, weiter unterstützen. Aus diesem Grund wird die Ausnahmeregelung in Altona bis zum 31. Dezember verlängert.

Gespaltene Meinung: Altona Gastronomie freut sich, Bürger wehren sich

Die Anwohner-Initiative „Pauli wohnt“ beschwerte sich schon zuvor darüber, dass sich die Außengastronomie in Hamburg Mitte scheinbar überallhin ausbreite. Unter anderem aus diesem Grund wird die Ausnahmeregelung hier nicht verlängert. SPD-Politiker Oliver Sträter aus Mitte erklärte laut dem NDR: „Wir wollen den Bewohnerinnen und Bewohnern nach zweieinhalb Jahren eine Verschnaufpause gönnen.“

Die Gastronomen hingegen sind frustriert und fühlen sich ungerecht behandelt. Die Altonaer Restaurants sind zwar erleichtert, fühlen aber mit ihren Kollegen aus Mitte. Allgemein wünscht man sich eine einheitliche Regelung für alle Hamburger Bezirke.

Gastronomie in Mitte weiter eingeschränkt: Restaurants müssen in Winterbetrieb gehen

Von einheitlichen Regeln kann allerdings momentan keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Hamburger Gastronomen in Mitte müssen in Zukunft nicht nur auf die Möglichkeit des Servierens auf Parkplätzen verzichten, sie werden zusätzlich noch weiter eingeschränkt.

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In der Bezirksversammlung von Mitte legten die CDU, FDP und SPD nun einen Antrag vor, in dem es heißt: „Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass aufgrund der hohen Belastungen für die Wohnquartiere in den vergangenen Corona-Jahren, in denen temporär sinnvolle Ausnahmen für die Außengastronomie in Mitte beschlossen wurden, nun für die Wintersaison 2022/23 zwischen dem 1.11.22 und dem 31.3.23 lediglich eingeschränkte Außenbewirtung auf öffentlichen Flächen vergleichbar zur Winternutzung vor der Pandemie genehmigt wird. Hierzu gehören beispielsweise Steh- beziehungsweise Rauchertische.“

Das bedeutet, dass die Restaurants in Mitte nicht nur die Ausnahmeregelung nicht mehr nutzen dürfen, sie werden dazu noch in einen eingeschränkten Winterbetrieb geschickt.

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