Stadt präsentiert Zahlen

Ausgangssperre: So viel Bußgeld hat Hamburg in einem Monat abkassiert

  • Jan Knötzsch
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Seit dem 2. April 2021 gilt in Hamburg die Ausgangssperre. Wer verstößt, muss zahlen. Wie viel Kohle hat die Stadt damit in der Coronavirus-Pandemie abkassiert?

Hamburg – Sie ist umstritten. Die Rede ist von der nächtlichen Ausgangssperre in Hamburg zur Eindämmung des Coronavirus. Es hat lautstarke Proteste gegeben, als der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sie am 2. April 2021 ausgerufen hat. Auch Klagen folgten. Eine Familie scheiterte damit vor Gericht. Inzwischen besteht die Ausgangssperre in der Hansestadt Hamburg seit mehr als einem Monat. Ob und wie sie zur Eindämmung beiträgt, wird diskutiert. Aber halten sich die Einwohner in Hamburg überhaupt an das Verbot?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen (Stand: 2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Ausgangssperre in Hamburg: Fünf Verfahren sind aktuell in Bearbeitung – weitere können sich ergeben

Die Stadt hat jetzt die ersten Ergebnisse präsentiert. Und die überraschen. Die Ausgangssperre, die bald fallen soll, wird von den Hamburgern offenbar nahezu durch die Bank weg akzeptiert. Gut einen Monat nach Verhängen der Ausgangssperre hat das Einwohner-Zentralamt der Metropole an Alster und Elbe bislang noch kein Bußgeld wegen eines Verstoßes kassiert, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). In Hamburg haben die Stadt und der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) auch die Nachtfahrten von öffentlichen Verkehrsmitteln in der Zeit der Ausgangssperre ausgesetzt.

Ein Hammer, auf den die Hamburger stinksauer reagierte. Dennoch wird sich an die Regeln gehalten. Es gibt nur geringe Ausnahmen: Bis zum 3. Mai seien jedoch bei der Bußgeldstelle fünf Verfahren zur Bearbeitung gelandet, erklärt Matthias Krumm, der Sprecher des Einwohner-Zentralamtes. Einnahmen, so Krumm „sind noch nicht zu verzeichnen.“ Wie er der dpa sagt, können sich wegen der Bearbeitungszeiten weitere Fälle ergeben.

Ausgangssperre Hamburg: Bußgeld von 150 Euro droht

Für Menschen, die nicht zu den Ausnahmen bei der Ausgangssperre gehören und sich zwischen 21:00 Uhr abends und 5:00 Uhr morgens ohne triftigen Grund außerhalb ihrer Wohnung aufhalten, droht ein Bußgeld von 150 Euro. Schon im April 2021 hatte Bürgermeister Tschentscher die Ausgangssperre in Hamburg als sehr wirksam bezeichnet. Auch die Polizei Hamburg erklärte, dass nach 21:00 Uhr kaum noch Personen unterwegs seien. Auch die Zahl der Verstöße gegen Kontakt-Beschränkungen im privaten Bereich haben demnach abgenommen, so die dpa.

Polizisten kontrollieren in Hamburg die nächtliche Ausgangssperre – bei Verstößen ist ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro fällig.

Allerdings: Laut des Deutschen Wetterdienstes war der April so kalt wie seit 40 Jahren nicht mehr. Soll heißen: Bei steigenden Temperaturen und gutem Wetter – so wie für den 8. und 9. Mai 2021 prognostiziert – ist damit zu rechnen, dass wieder mehr Hamburgerinnen und Hamburger unterwegs sind. Kommt es dann also doch zu einem Anstieg der Bußgelder wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre?

Verstöße gegen Corona-Regeln: Hamburg erlässt 23.924 Bußgeldbescheide – Einnahmen von über zwei Millionen Euro

Ganz so willig wie bei der Ausgangssperre scheint die Bevölkerung bei anderen Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht zu sein. Wie Matthias Krumm als Sprecher des Einwohner-Zentralamtes mitteilt, sind seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr 23.924 Bußgeldbescheide wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln erlassen worden.

Einnahmen sind noch nicht zu verzeichnen

Matthias Krumm, Sprecher des Einwohner-Zentralamtes in Hamburg

Dabei hat Stadt bislang 2.759.356,70 Euro eingenommen. Am häufigsten wurde die Missachtung des Abstandsgebots geahndet. In 12.013 eröffneten Verfahren wurden bislang 1.197.187,85 Euro kassiert. Wegen Verletzung der Maskenpflicht trieb die Bußgeldstelle in 6.896 Verfahren 350.184,95 Euro ein.* 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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