1. 24hamburg
  2. Hamburg

Aus für den „Central Park“: Beliebter Beachclub in der Schanze wird abgerissen

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Der beliebte Beachclub Central Park in der Schanze wird in der Saison 2023 nicht wieder eröffnet. Er muss wegen des Neubaus der Sternbrücke weichen.

Hamburg – Wegen des umstrittenen Baus der Eisenbahnbrücke an der Kreuzung Stresemannstraße / Max-Brauer-Allee, auch Sternbrücke genannt, wird der beliebte Beachclub Central Park in der Schanze seinen angestammten Platz aufgeben müssen. Mit der Outdoor-Gastroeinrichtung werden auch die an der Brücke ansässigen Clubs Astra Stube, Wagenbau und Fundbureau die sich im Brückenbereich befinden, schließen. Die stadtbekannten Clubs gibt es seit rund 20 Jahren, 1999 etwa eröffnete die Astra Stube ihre Pforten, 2003 der Waagenbau. Auch der Central Park wurde bereits vor 18 Jahren von seinen Betreibern Max Unverricht und Gavin Gadesmann eröffnet. Er hat sich zu einer echten Institution im Schanzenviertel entwickelt.

Name:Sternbrücke
Verkehrsträger:Schiene
Erbaut:1925 / 1926
Neubau geplant:2023 - 2026
Kosten des Neubaus (geschätzt):125 Millionen Euro

Sternbrücke am Schanzenviertel: Beach Club Central Park eröffnet nächstes Jahr nicht mehr

Nach Ende des diesjährigen Sommers schloss der Beachclub saisonal bedingt; wird jedoch im kommenden Jahr nicht mehr eröffnen. „Das Gelände wird als Baustelle für den Zusammenbau der neuen Brücke benötigt und soll anschließend bebaut werden“, gab Max Unverricht dem Hamburger Abendblatt Auskunft über die Gründe des Aus. Bereits im vergangenen Monat hatten die Betreiber Teile des Inventars versteigert und an Gäste Tütchen mit dem Sand des Beachclubs verteilt, bevor sie anfingen, das Gelände zu räumen. Der Beachclub selbst befindet sich am Schulterblatt / Ecke Max-Brauer-Allee, neben dem Wagenplatz Zomia und unweit der Sternbrücke, der eigentlichen Baustelle.

Beach Club Central Park, zwei Menschen im Liegestuhl und ein Baustellenschild
Der Beach Club „Central Park“ im Schanzenviertel muss schon bald einer Baustelle der Deutschen Bahn weichen. (24hamburg.de-Montage) © Florian Ritter/dpa & IMAGO Images/Panthermedia

Dass ihr Beachclub schließen muss, scheinen die Betreiber gelassen hinzunehmen. Der Hamburger Tageszeitung sagten sie, dass sie ja gewusst hätten, dass sie irgendwann das Gelände wieder aufgeben müssen. Auch gegen die Brücke selbst hätten sie nie ihre Stimme erhoben, ihnen sei klar, dass an der mehr als 100 Jahre alten Eisenbahnüberführung etwas gemacht werden müsse. Den Entwurf des geplanten Neubaus findet Unverricht jedoch auch deutlich überdimensioniert. Die neue Brücke soll 24 Meter breit, 21 Meter hoch werden und eine Spannweite von 108 Metern haben. Kein Verständnis hat er dafür, dass wegen des Brückenneubaus so viel zerstört werde.

Warum hat die Stadt kein Interesse an diesem Umfeld? Hier wird ein wichtiger Ort der Stadt zerstört.

Max Unverricht, einer der Gründer und Betreiber des Beachclubs Central Park

Neubau der Sternbrücke: 7 Häuser und 90 Bäume müssen für Brücke weichen

„Es geht hier um den Abriss von sieben Häusern, die Zerstörung der Subkultur und um 90 Bäume, die gefällt werden sollen – an einer Straße, die Max-Brauer-Allee heißt, und damit von Bäumen gesäumt sein sollte“, sagt Timo Braun, Mitgründer der Initiative EcoPolis. Er und seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen hatten am vergangenen Sonnabend einen Protest-Rave für den Erhalt der Brücke organisiert. Zwar kamen bei nasskaltem Wetter deutlich weniger als die erwarteten 400 Party-Protestler, doch der samstägliche Rave war nicht die einzige Protestaktion, die sich gegen den Neubau richtet.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Proteste gegen Sternbrücken-Neubau: Auch Jan Delay und Fatih Akin zählen zu den Unterstützern

Zahlreiche Protestaktionen sind bereits vor der Tanzveranstaltung initiiert worden. Prominente wie Jan Delay, der in Ottensen lebende Regisseur Fatih Akin – der einst Szenen seines Films „Soul Kitchen“ in der Astra Stube unter der Sternbrücke gedreht hat – und Schauspielerin Nina Petri unterstützten die Proteste der Vergangenheit. Dazu gehört auch die Petition „Sternbrücke erhalten – Klimaschutz jetzt!“, die, mit Stand am Sonntag, von bisher rund 19.000 Menschen unterzeichnet wurde. Auch die beiden Central Park-Betreiber haben ihrerseits eine Petition gestartet. Sie wollen an anderer Stelle weiter machen – und wünschen sich, dass bei dem Entwurf des Neubaus das gastronomische Angebot nicht zu kurz kommt.

Auch interessant

Kommentare