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Aufreger an der Außenalster: Hamburg lässt für Radstrecke fast 100 Bäume sterben

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Von: Christian Einfeldt

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Bekommt Hamburgs selbsternannter Status als „grüne Metropole am Wasser“ Risse? Für einen neuen Radweg sollen in Hamburg-Nord 86 Bäume gefällt werden.

Hamburg – Seit nun mehr zweieinhalb Jahren werden hier Anwohner und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen auf die Probe gestellt: Die großangelegte Baustelle an der Hohenfelder Bucht zählt zu Hamburgs größten Verkehrsprojekten. Sie hinterlässt etliche Sperrungen und verantwortete schon einige Unfälle. Medienberichten zufolge soll sie noch mindestens bis Ende 2024 Bestand haben.

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) möchte in Hamburg-Nord einen „Stadtbalkon“ errichten – und dafür fast 100 Bäume fällen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Baumaßnahmen an der Hohenfelder Bucht: 86 Bäume sollen für Radweg gefällt

Bereits bei der Präsentation seines Vorhabens im Jahre 2019 war sich der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer darüber im Klaren, dass die Baustelle an der Hohenfelder Bucht an der Außenalster in Hamburg mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Auf der Internetseite lsbg.hamburg.de heißt es dazu, man wolle die „Aufenthaltsqualität“ steigern – unter anderem mit dem Bau einer Brücke und einer Veloroute.

Autos fahren an einer Baustelle in Hamburg vorbei.
Baumaßnahmen an der Hohenfelder Bucht sorgen für Ärger im Hamburger Senat. © IMAGO / Hanno Bode

Bereits die langen Staus und Straßensperrungen sorgten für Unmut – genau wie so wie die Staugefahr auf der A23 oder die vierwöchige Sperrung der A24 zwischen Hamburg und Berlin. Die Errichtung des neuen Radweges an der Alster erhitzt jetzt aber endgültig die Gemüter. So müssen nämlich 86 Bäume gefällt werden – das, obwohl sich Hamburg laut Stadt-Angaben als „grüne Metropole am Wasser“ versteht.

Hamburg als „grüne Metropole am Wasser“ in der Kritik: Anfrage an den

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, kam das Vorhaben erst durch eine Kleine Anfrage an den Hamburger Senat ans Tageslicht: An der Alster will man eine Veloroute errichten und dafür müssten insgesamt 86 Bäume gefällt werden. Die CDU-Politiker Richard Seelmaecker und Sandro Kappe brachten ihre Sorge bereits zum Ausdruck: „Diese Bäume sind nicht nur kennzeichnend für das Stadtbild an der Alster, sondern an dieser stark befahrenen Straße auch äußerst wichtig für die Luftqualität“, zitiert das Hamburger Abendblatt die CDU-Abgeordneten.

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Die 86 Bäume, die dem Bauprojekt an der Hohenfelder Bucht zum Opfer fallen, wolle man laut Angaben des Hamburger Senats komplett nachpflanzen. Dabei wolle man sogenannte Klimabäume zu Rate ziehen, die sich bereits als besonders widerstandsfähig erwiesen hätten. Wie das Abendblatt berichtet, sollen auch Insekten und Vögel profitieren, indem für sie unter anderem Büsche gepflanzt werden.

Für Seelmaecker sind die Maßnahmen nur wenig nachvollziehbar. Er wirft den Verantwortlichen laut Informationen vor, „mit zweierlei Maß zu messen“. Direkte Kritik adressiert er darüber hinaus an SPD und Grüne sowie auch an Hamburgs Verkehrssenator Anje Tjarks. „Für ihn scheint die Verpflichtung aus dem Vertrag für Hamburgs Stadtgrün nicht zu gelten“, sagte Seelmaecker, während er der SPD und den Grünen vorwirft, noch weitere Fällungen zu planen.

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