„Chance nicht entgehen lassen“

AstraZeneca-Impfung für alle: Hier bekommen Hamburger ihre Impfdosis

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Die Impf-Priorisierung für den Astrazeneca ist aufgehoben. Jede Hamburgerin und jeder Hamburger kann sich den Corona-Impfstoff spritzen lassen.

Hamburg – Das dürfte den Impf-Turbo in Hamburg noch einmal beschleunigen: Die Impf-Reihenfolge ist für den Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland aufgehoben. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach dem Bund-Länder-Beschluss am Donnerstag, 6. Mai 2021, mit.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Aktuelle Arbeitslosenquote:8,0 Prozent

Heißt: Jeder, der möchte, kann sich künftig mit dem Corona-Mittel Vaxzevria® impfen lassen – unabhängig von Vorerkrankung, Alter oder Berufsgruppe. Die Maßnahme gelte ab sofort, so Spahn. Der Impfstoff wird freigegeben *, Astrazeneca für alle *!

Astrazeneca für alle in Hamburg freigegeben: Großes Interesse bei Jüngeren – wo sich bald jeder impfen lassen kann

Hamburg will aber noch ein paar Tage warten – und dann ab kommender Woche Impf-Temine mit Astrazeneca zulassen. Das berichtet der NDR. Möglich soll das dann bei den Hamburger Haus- und Fachärzten sein – und die können sich vor Anfragen kaum retten: Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, sind es vor allem Jüngere, die nach einem Impf-Termin fragen.

Astrazeneca wurde in Hamburg für alle freigegeben. Vor allem Jüngere wollen offenbar die Chance nutzen, sich impfen zu lassen.

Ärzte sollen aber für jeden einzelnen Patienten schauen, ob das Astrazeneca-Vakzin geeignet ist – und ob es nicht eine Alternative gibt. Weil es nur noch geringe Mengen für Zweitimpfungen gebe, würden Hamburgs Impfzentren den Impfstoff nicht mehr verspritzen. Nach einer Vereinbarung mit der Bundesregierung soll das Mittel nur noch in Arztpraxen zur Verwendung kommen. Kann Astrazenca den Biontech-Mangel in den Arztpraxen ausgleichen?

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) wirbt für Astrazeneca

Nach der Astrazeneca-Freigabe hat Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) für das Präparat geworben. „Das ist ein sehr guter Impfstoff. Der hat eine sehr hohe Schutzwirkung. Nutzen Sie den. Sie schützen sich und andere damit. Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen“, appellierte sie am Donnerstagabend im Hamburg Journal des Norddeutschen Rundfunks.

Nehmen Sie ihn wahr.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard wirbt für Impftermine

An eine geringe Nachfrage glaube die Senatorin nicht. Immer wieder sei es in Hamburgs Impfzentrum vorgekommen, dass Bürger ihren Termin nicht wahrgenommen hatten. Dieses Mal soll es anderes sein: „Wenn Sie einen Impftermin haben, nehmen Sie ihn wahr. Wenn Sie ihn aus welchen Gründen auch immer nicht wahrnehmen können, sagen Sie ihn bitte ab“, so Leonhard.

Wenn die Impflinge einfach nicht kommen und andere Interessierte nicht nachrutschen können, dann sei das ärgerlich.

Wie gefährlich ist Astrazeneca?

Viel wurde über Astrazenca diskutiert, wie gefährlich er wirklich ist, ob er nicht verboten werden sollte. Fest steht, dass das Mittel in seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen ausgelöst hatte – vor allem bei jüngeren Frauen. Daraufhin wurde die Impfempfehlung geändert – das Vakzin soll vor allem an über 60-Jährige verabreicht werden. Es gibt Meldungen, dass Hamburgs Feuerwehrleute nach der Astrazeneca-Impfung krank wurden.

In Hamburg ist derzeit regulär die Impfgruppe 3 an der Reihe. Auch Supermarkt-Mitarbeiter dürfen bereits Impftermine vereinbaren. Zudem haben Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr eine Impfberechtigung erhalten. Und: Mit der jetzigen Astrazeneca-Freigabe müssen wenigstens keine Impftermine bei ebay gekauft werden.

Wie sieht es mit Freiheiten für Geimpfte aus? Die Meinungen darüber gehen auseinander: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kritisiert Sonderrechte für Geimpfte. Wie es aussieht, wartet Hamburg mit den Sonderrechten noch ab. * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Paul Chiasson/dpa & Stefan Sauer/dpa

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