Gender-Debatte

ARD-Tagesschau will nicht gendern: „Damen und Herren“ bleibt

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Bundesweit nimmt die Gender-Debatte Einfluss auf Benennungen und Anreden. Die Tagesschau hingegen hält auch in Zukunft an „Damen und Herren“ fest.

Hamburg – Seit Monaten entflammt bundesweit der Diskurs um die korrekte Ansprache aller Geschlechter. Die Gender-Debatte beschäftigt die Gesellschaft bundesweit. Die ersten Unternehmen setzen bereits auf eine diskriminierungsfreie Sprache, die keinen Menschen ausgrenzen soll. Doch nicht überall erhält der Zeitgeist Einzug. Wie eine ARD-Sprecherin verkündete, werden die Tagesschau-Moderatoren auch in Zukunft an ihrer Begrüßung festhalten. Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, werden auch weiterhin nicht angesprochen. Die Tagesschau bleibt bei „Damen und Herren“.

Gender-Debatte nimmt umfangreichen Einfluss in Deutschland

Dass sich die deutsche Sprache im Wandel befindet, machten in den letzten Wochen zahlreiche Fälle offensichtlich. Der Hamburger Verkehrsverbund strich erst kürzlich den umstrittenen Begriff „Schwarzfahrer“ aus seinem Wortschatz*. Insbesondere die Gender-Debatte hält Deutschlands Diskussionsrunden auf Trab – und der Diskurs könnte nicht kontroverser geführt werden. Während in Hamburgs Behörden bereits offiziell gegendert wird*, möchte Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß die gendergerechte Sprache am besten direkt wieder verbieten.

Doch trotz all des Gegenwindes, der der Gender-Sprache entkommt, scheint ihr Weg in die Gesellschaft unaufhaltsam zu sein. Deutschlands größte Fluggesellschaft gab gerade bekannt, dass auch sie in Zukunft auf eine gendergerechte Kommunikation setzen wird: Die Lufthansa macht Schluss mit „Willkommen an Bord, meine Damen und Herren“ und entscheidet sich für alternative Formulierungen, um ihre Fahrgäste anzusprechen – auch diejenigen, die sich keinem Geschlecht zuordnen möchten. Damit folgt das Flugunternehmen weiteren Firmen wie der Air Canada oder Delta Airlines, die sich bereits seit längerem für eine diskriminierungsfreie Sprache entschieden haben.

Einen ähnlichen Weg möchte künftig auch die Deutsche Bahn gehen, die ebenfalls vollends auf eine Sprache umsteigen möchte, die auch Menschen anspricht, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren. Einfluss auf diese Entscheidung könnte auch eine hitzige Gender-Debatte nach einer Zugdurchsage in England genommen haben.

Gender-Debatte: Tagesschau bleibt bei „Damen und Herren“.

„Es gibt keine Pläne, das zu ändern“: Tagesschau entscheidet sich gegen Gender-Sprache

Bei der ARD bleibt jedoch alles beim Alten. Auch künftig werden die Tagesschau-Sprecher ihre Zuschauer mit „Damen und Herren“ begrüßen. Dass der Wechsel zur gendergerechten Sprache auch in Zukunft nicht zu erwarten ist, machte kürzlich erst eine ARD-Sprecherin klar: „Es gibt keine Pläne, das zu ändern.“

Die Gründe für das Festhalten an den alten Sprachmustern sind aktuell nicht bekannt. Doch dass es auch anders geht, zeigt etwa das „heute“-Nachrichtenmagazin von ZDF. Schon seit längerem werden ihre Zuschauer mit „Guten Abend, Ihnen allen“ begrüßt. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/ARD

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