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Anwohnerparken in Hamburg: Stadtplaner fordert höhere Gebühren

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Von: Christian Einfeldt

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Erhöht Hamburg noch einmal die Gebühren fürs Anwohnerparken? Laut Aussagen eines Stadtplaners ist Parken in Hamburg noch zu günstig.

Hamburg – Preiserhöhung beim Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sind nichts Ungewöhnliches: Zuletzt hatte der HVV seine Ticket-Preise um 1,3 Prozent angezogen und auch zum Start des Vorjahres machte der HVV die Tickets um 1,4 Prozent teurer. Zudem könnten steigende Stromkosten Bahntickets auch in Zukunft teurer machen – bei den Kosten fürs Parken in Hamburg herrschte derweil „lange absoluter Stillstand“, sagt nun Stadtplaner Wolfgang Aichinger, der sich für höhere Parkgebühren in Städten starkmacht.

Rückendeckung bekommt er von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Steigen schon bald die Preise fürs Parken?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Anwohnerparken in Hamburg zu günstig? Stadtplaner spricht sich für höhere Gebühren aus

In Hamburg wird die Suche nach einem Parkplatz schnell zur Odyssee – nicht nur für Besucher der Hansestadt Hamburg. Durch den Erwerb eines Parkausweises haben Anwohner zwar den Anspruch auf einen Parkplatz. Ob sie tatsächlich einen finden, ist wiederum eine andere Sache. Für viele ist das Anwohnerparken in Hamburg der absolute Irrsinn. Auslöser für Aussagen wie diese ist zum einen die begrenzte Auswahl an Parkplätzen, zum anderem die kürzliche Erhöhung der Parkgebühren. Zum 1. Juli 2021 wurden die Kosten erst von 20 auf 45 Euro erhöht. Zu Beginn des Jahres folgte dann der nächste Gebühren-Hammer in Hamburg auf 65 Euro.

Für weiteren Unmut in der Thematik sorgen nun die Aussagen von Stadtplaner Aichinger. Seine Forderungen ähneln die der Deutschen Umwelthilfe: Geht es nach ihnen, sollen Anwohner bald noch mehr zahlen. Er stellt Vergleiche mit dem Hamburger Nahverkehr auf: „Die Preise für Monats- und Einzeltickets steigen seit Jahren, bei den Parkgebühren herrschte lange absoluter Stillstand.“ Darüber hinaus würden andere europäische Großstädte weit aus mehr an Parkgebühren verlangen. Eine ähnliche Entwicklung erhofft er sich auch für Hamburg – auch im Zeichen der Mobilitätswende.

Anwohnerparkzone in Hamburg.
Parken in Hamburg: Zufolge eines Stadtplaners sind die Kosten fürs Parken noch zu günstig. (Symbolbild) © Hans-Jürgen Ehlers/dpa

Parken in Hamburg: „Dürfen die soziale Frage nicht vergessen“

Bei der Tagung des Hamburger Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der HafenCity Universität (HCU) war nun auch Stadtplaner Wolfgang Aichinger zugegen. Er sprach sich für eine weitere Erhöhung der Parkkosten aus. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, könne man eine bundesweit geltende Obergrenze von jährlichen 30 Euro fürs Anwohnerparker seit 2020 durchbrechen. Hamburg machte davon in jüngster Vergangenheit schon mehrfach Gebrauch – und könnte es bald ein weiteres Mal.

So nimmt Aichinger die Städte und Kommunen in die Pflicht: „Wir dürfen die soziale Frage nicht vergessen“, soll der Stadtplaner laut Angaben der Mopo auf der Tagung gesagt haben. Bezug nimmt er mit der Aussage darauf, dass die Preise beim Nahverkehr einer stetigen Schwankung ausgesetzt seien. Auch für das Anwohnerparken fordert er entsprechende preisliche Anpassungen.

Die Erhöhung der Parkgebühren, die in Hamburg je nach Bezirk variieren können, soll für ihn aber nicht absolut sein: Einkommensschwächere Menschen sollen etwa Ermäßigungen erhalten, berichtet die Mopo, während laut Aichinger Autofahrer mit einem größeren Wagen mehr zahlen müssten. Dabei beruft er sich auf folgende Rechnung: „Wenn das Bewohnerparken im Jahr 120 Euro kosten würde, wären das gerade einmal 33 Cent pro Tag. Insgesamt entspricht das nur 2,4 Prozent der laufenden Kosten eines Pkw.“

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Hohe Parkgebühren für die Mobilitätswende? Hamburg stellt keine Erhöhungen in Aussicht

Nach Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) setzt sich auch die Deutsche Umwelthilfe für höhere Parkgebühren in Hamburg ein. Die Organisation forderte bereits Ende April einen jährlichen Betrag von mindestens 360 Euro – so viel müssen SUV-Fahrer bereits mancherorts für einen Parkausweis zahlen. Die Umwelthilfe kritisiert in erster Linie, dass Autofahrer die Mobilitätswende blockieren würden. Mit erhöhten Kosten möchte man sie zum Reflektieren bringen – mit dem Ziel, dass sie eher auf die Angebote des Nahverkehrs zurückgreifen.

In anderen europäischen Großstädten würde man darüber hinaus mitunter deutlich mehr an Parkgebühren zahlen: in Stockholm 827 Euro im Jahr, während ein Anwohnerparkplatz in Amsterdam 523 Euro kostet. Eine wichtige Rolle nimmt in dieser Debatte auch der Umstand ein, dass die Erhaltung von Straßen und Stehplätzen Medienberichten zufolge rund 1.200 Euro pro Parkplatz kosten würde.

Die Einnahmen durch das Anwohnerparken könnten die entstehenden Kosten jedoch nur zu einem kleinen Teil ausgleichen. Ob Hamburg nun dadurch den Forderungen nach höheren Gebühren entspricht? Wie ein Sprecher der Hamburger Verkehrsbehörde der „Mopo“ erklärt, sind Kostenerhöhungen fürs Anwohnerparken aktuell jedenfalls nicht in Aussicht.

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