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Anwohnerparken Eppendorf: Fünf neue Zonen im Herbst – heftige Kritik an Umsetzung

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Von: Kevin Goonewardena

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Auch in Eppendorf kommt das Anwohnerparken. Bei einer Sitzung des Bezirks gab es massive Kritik von Anwohnern an Plänen und Parkmanagement.

Hamburg – Zur letzten Sitzung des Mobilitätsausschusses des Bezirks Hamburg-Nord kamen so viele Gäste, dass einige von ihnen stehen mussten – denn der Saal war proppevoll. Der Auslöser für das große Interesse: Die geplante Einführung fünf neuer Anwohnerparkzonen in Eppendorf im Herbst dieses Jahres. Zwischen Hoheluftchaussee, Eppendorfer Baum und Nedderfeld sollen diese eingerichtet werden, schreibt das Hamburger Abendblatt.

Der hohe Zuspruch an Gästen ist dabei keineswegs überraschend: die Einrichtung von Anwohnerparkzonen wird stadtweit regelmäßig kontrovers diskutiert. Zu den Kritikern gehören dabei nicht nur Einzelhändler, die um ihre Kundschaft fürchten.

Name des Stadtteils:Eppendorf
Bezirk:Hamburg-Nord
Fläche:2,7 km²
Einwohner:24.806 (31. Dez. 2020)

Anwohnerparken Eppendorf: Menschen lassen sich Mobilität nicht vorschreiben

Die Einführung von Anwohnerparkzonen soll für größere Sicherheit in den betreffenden Gebieten durch den dann geregelten Parkverkehr sorgen. Gebietsfremde Dauerparker sollen laut Aussage von Anika Hein-Knösel vom Landesbetrieb Verkehr im Abendblatt durch die Schaffung der Anwohnerparkzonen zum Umstieg auf alternative Verkehrsmittel bewegt werden.

Schilder für das Bewohnerparken
Eppendorf bekommt im Herbst fünf neue Anwohnerparkzonen. Kritik gibt es an der Umsetzung und dem Parkraummanagement im allgemeinen. (Symbolbild) © Bodenseebilder.de / Imago

Das unausgesprochene Kalkül des Hamburger Senats: Wer als gebietsferner Autofahrer aufgrund von eingerichteten Parkzonen für Anwohner und Anwohnerinnen keinen Stellplatz mehr an dem Ort findet, an den er oder sie regelmäßig pendelt, lässt das Auto stehen und wählt für die Anreise alternative Verkehrsmittel. Oder schafft das Auto ganz ab. Doch genau das ist der Kern des Problems: Die Leute wollen sich nicht sagen lassen, wie sie den Mobilitätsbegriff für sich persönlich zu füllen haben.

Anwohnerparken Eppendorf: Mehrheit gibt Vorhaben gute Noten – aber Kritik an Geisterbaustellen und Forderung nach mehr Kontrollen

Die Versammlung hat aber auch gezeigt, dass Kritiker der Anwohnerparkzonen durchaus auch Befürworter sein können. Oder anders: Wer Anwohnerparkzonen prinzipiell begrüßt, muss noch nicht mit deren Umsetzung einverstanden sein. Zum Beispiel der Eingrenzung der Zonen. Mehr als 30.000 Haushalte in den betreffenden Gebieten hatte der Senat befragt. Eine Mehrheit von 57 Prozent, so das Abendblatt, gaben dem Vorhaben die Noten 1 und 2 – allerdings ein Drittel auch die Noten 5 und 6. Ob gut oder schlecht bewertet – eines wird die Einrichtung der Zonen nicht schaffen: einen Parkplatz für alle Anwohnerautos. Denn in dem Gebiet sind 8500 Parkplätze ausgewiesen – aber 12.000 Fahrzeuge registriert.

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Bei der Versammlung machten Anwohner auch ihrem Ärger über Parkflächen Luft, die in ihren Augen unverhältnismäßig groß bemessen, zu lange für (vermeintliche) Bauarbeiten eingerichtet seien und den Anwohnern im Viertel damit zu lange nicht zur Verfügung stünden. Mehrere Zuhörer berichteten von ähnlichen Eindrücken und wünschten sich auch in anderer Hinsicht mehr Kontrollen – zum Beispiel von Zweite-Reihe- und Eck-Parkern.

Anwohnerparken Eppendorf: Die Zonen kommen – das kostet das parken

Zu den bereits 46 bestehenden Anwohnerparkzonen in Hamburg – darunter etwa in den am dichtesten besiedelten Stadtteil Hamburgs - Hoheluft-West und -Ost – kommen ab Herbst 2022 fünf neue Zonen hinzu. Sie gelten auch tagsüber und zwar von 9 bis 20 Uhr. Ortsfremde Parker können für maximal drei Stunden und höchstens neun Euro ein Parkticket ziehen, dass es ihnen erlaubt für diesen Zeitraum in einer der Zonen zu parken.

Tagestickets wird es laut des Abendblatt-Berichts zusätzlich in bestimmten Straßen, beispielsweise rund um das UKE geben. Die Anwohnerparkscheine sind für 70 Euro pro Jahr und online für fünf Euro weniger erhältlich. Gewerbetreibende sollen Ausnahmegenehmigungen beantragen können. Die Deutsche Umwelthilfe hatte zuletzt gefordert, die Gebühren für das Anwohnerparken massiv zu erhöhen. Und zwar auf 360 Euro im Jahr, also etwa 1 Euro am Tag.

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