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Gastprofessur für „documenta“-Künstler: Kritik wegen Antisemismus-Vorwurf

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Von: Kevin Goonewardena

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Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank kritisiert eine Gastprofessur scharf. Sie betont aber auch die Autonomie der Hamburger Hochschulen.

Hamburg – Hamburgs Wissenschaftssenatorin hat sich kritisch zur Gastprofessur zweier Mitglieder des wegen Antisemitismusvorwürfen umstrittenen indonesischen documenta-Kuratorenkollektivs an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) Hamburg geäußert. „Die Antisemitismusvorwürfe bei der documenta fifteen wiegen schwer“, erklärte Katharina Fegebank (Grüne) am Montag, 10. Oktober 2022. Sie beträfen auch das Kollektiv Ruangrupa, dem Reza Afisina und Iswanto Hartono angehörten, „und sie stehen in der Verantwortung, diese Vorwürfe aufzuklären“.

Es dürften keine offenen Fragen im Raum stehen, wenn Mitglieder des Kollektivs in Hamburg lehren sollen, so Fegebank, die nicht nur Wissenschaftssenatorin der Hansestadt Hamburg, sondern auch Stellvertreterin von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist.

Name:documenta 15 (documenta fifteen)
Art der Veranstaltung:Int. Kunstausstellung
Veranstaltungszeitraum:18. Juni 2022 bis 25. Sep. 2022
Veranstaltungsort:Kassel
Anzahl Besucher:etwa 890.000
Erstmals ausgetragen:1955
Austragungsrhythmus:alle fünf Jahre (früher alle 4 Jahre)

Fegebank zu Vorwürfen wegen Gastprofessur: „Antisemitismus kein Aushandlungsthema“

Die Wissenschaftsbehörde führe bereits Gespräche mit der HFBK. „Eine Auseinandersetzung mit den offenen Fragen bedarf es nicht nur innerhalb einer künstlerischen Hochschule und im Rahmen der Wissenschafts- und Kunstfreiheit, sondern auch mit der Öffentlichkeit“, sagte Fegebank laut Deutscher Presse-Agentur (dpa). Man sei mit der HFBK im Austausch, dafür ein Format anzubieten. „Hierbei muss völlig klar sein, dass Antisemitismus kein Aushandlungsthema ist. Bei antisemitischem Gedankengut gibt es keine Kompromisse“, sagte sie.

Katharina Fegebank bei einem Pressetermin
Wissenschaftssenatorin  Katharina Fegebank (Grüne) kritisierte die HfBK-Gastprofessur für Mitglieder der umstrittenen indonesischen Künstlergruppe Ruangrupa scharf. (Symbolbild) © Chris Emil Janssen / Imago

Reza Afisina und Iswanto Hartono sollen am Mittwoch, 12. Oktober 2022, bei der Semestereröffnung der Hochschule für bildende Künste als Gastprofessoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Hamburg vorgestellt werden. Einer Hochschul-Sprecherin zufolge handelt es sich um eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Gastprofessur.

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Antisemitismus: Fegebank betont „Autonomie der Hamburger Hochschulen“

„Die Hamburger Hochschulen sind autonom in der Berufung ihrer Gastprofessuren, dies ist von der Wissenschaftsfreiheit gedeckt», sagte Fegebank. Hochschulen müssten Orte der kritischen Diskussion sein. „Aber die Wissenschaftsfreiheit kann und darf niemals Freibrief für antisemitisches Gedankengut sein.“ (mit Material der dpa)

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