Die Kanzlerin im Porträt

Angela Merkel – gebürtige Hamburgerin ist nun Coronavirus-Sars-CoV-2-Kanzlerin

Bundeskanzelrin Angela Merkel sitze an einem Tisch mit den Händen zur Raute gefaltet. Neben ihr stehen die deutsche und die europäische Flagge. Im Hintergrund ist der Bundestag zu sehen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Fernsehansprache zur Corona-Pandemie.
  • Wiebke Kaßmann
    vonWiebke Kaßmann
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Angela Merkel ist studierte Physikerin und Bundeskanzlerin. Sie war viele Jahre lang CDU-Bundesvorsitzende und ist seit 1998 mit Joachim Sauer verheiratet. Geboren wurde sie in Hamburg.

  • Angela Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren.
  • Sie hat zwei jüngere Geschwister und ist mit Joachim Sauer verheiratet.
  • Seit 2005 ist Angela Merkel amtierende Bundeskanzlerin.

Angela Merkel kommt am 17. Juli 1954 in Hamburg-Barmbek zur Welt. Sie wird auf den Namen Angela Dorothea Kasner getauft und wächst in der Hansestadt mit ihren Eltern, einem Theologen und einer Lehrerin, sowie ihren jüngeren Geschwistern Marcus und Irene auf. Am 22. November 2005, im Alter von 51 Jahren, wird sie zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland ernannt und hat seitdem ohne Unterbrechung das Amt inne. Sie lebt in zweiter Ehe mit dem Wissenschaftler Joachim Sauer (geboren am 19. April 1949).

Angela Merkel - die Bundeskanzlerin

Am 22. November 2005 wird die damalige CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel (geboren am 17. Juli 1954) als Nachfolgerin Gerhard Schröders zur Bundeskanzlerin ernannt. Sie ist damit die erste Frau im Amt und kann bereits zu diesem Zeitpunkt auf einen beeindruckenden Lebenslauf zurückblicken. Schon 1990 kann sich die gebürtige Hamburgerin über ihr erstes Bundestagsmandat freuen und zieht in den folgenden Bundestagswahlen ihren Konkurrenten davon. Unter Helmut Kohl (geboren am 3. April 1930, gestorben am 16. Juni 2017) ist sie schließlich drei Jahre lang Bundesministerin für Frauen und Jugend und danach weitere vier Jahre lang als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit tätig.

16. Dezember 1991: Helmut Kohl und seine Stellvertreterin, Frauenministerin Angela Merkel, während des Parteitags der CDU im Kulturpalast in Dresden.

Dann kam das politisch überaus bedeutsame Jahr 2005. Nach den skandalös anmutenden vorgezogenen Wahlen stand nämlich zunächst nicht fest, wem die Regierungsverantwortung gebührt. Der damals noch amtierende Gerhard Schröder (geboren am 7. April 1944) musste sich von seiner rot-grünen Koalition verabschieden, wollte aber Bundeskanzler bleiben. Hitzige Diskussionen folgten und die CDU/CSU konnte sich mit Angela Merkel an der Spitze als größte Fraktionsgemeinschaft durchsetzen. Es folgten vier Amtsperioden:

  • Schwarz-rote Koalition (2005 bis 2009)
  • Schwarz-gelbe Koalition (2009 bis 2013)
  • Schwarz-rote Koalition (2013 bis 2017)
  • Schwarz-rote Koalition (seit 2017)

Angela Merkel: Einblicke ins Ehe- und Familienleben

Über das Privatleben der amtierenden Bundeskanzlerin dringt nur wenig an die Öffentlichkeit. Seit dem 30. Dezember 1998 ist sie mit Wissenschaftler Joachim Sauer verheiratet. Dieser hat zwei Söhne aus einer vorherigen Beziehung, die Ehe mit Angela Merkel blieb kinderlos. Ihr inzwischen weltberühmter Nachname stammt aus Angela Merkels erster Ehe mit dem Physiker Ulrich Merkel (geboren 1953). Sie lernte ihn bei einem Studentenaustauschprogramm kennen und heiratete ihn am 3. September 1977 kirchlich in Templin. Nach drei Jahren Ehe ließ sich das Paar wieder scheiden, doch Merkel behielt bekanntermaßen seinen nunmehr in die Geschichte eingegangen Nachnamen.

Ihre Beziehung zu Joachim Sauer hält Bundeskanzlerin Angela Merkel weitestgehend aus der Presse raus. Das Paar gibt sich bodenständig und urlaubt gerne in Deutschland oder im benachbarten Tirol, wo sie auf Wandertouren und Bergausflügen anzutreffen sind. Seinen ersten offiziellen Auftritt hatte Joachim Sauer am 13. Juli 2006 beim Staatsbesuch des damaligen US-Präsidenten George W. Bush (geboren am 6. Juli 1946). Ansonsten sind Angela Merkel und der Quanten-/Physikochemiker gerne gesehene Gäste bei den Bayreuther Wagner-Festspielen.

Angela Merkel: Über ihre Kindheit und Jugend

Angela Merkels Vater Horst Kasner war evangelischer Theologe und lehrte an den Universitäten Heidelberg, Hamburg sowie Bielefeld. Ihre Mutter Herlind Kasner war Lehrerin für Englisch und Latein, durfte ihren Beruf allerdings aufgrund der religiösen Haltung ihres Ehemanns in der ehemaligen DDR nicht ausüben. Angela Merkels Eltern waren schon kurz nach ihrer Geburt aus ihrer Hamburger Wohnung nach Quitzow gezogen, wo ihr Vater eine Pfarrstelle in der Evangelischen Kirche innehatte. 1957 zog es die dreiköpfige Familie schließlich nach Templin, wo Angela Merkels jüngere Geschwister Marcus und Irene zur Welt kamen.

Die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte in Templin die Polytechnische Oberschule und konnte als Musterschülerin mit besten Noten glänzen. Sie bestand 1973 mit einer glatten 1,0 das Abitur an der Erweiterten Oberschule. Aufgrund ihrer herausragenden naturwissenschaftlichen Fähigkeiten entschied sie sich für ein Physikstudium an der Universität Leipzig, damals Karl-Marx-Universität. Während ihrer schulischen Laufbahn lernte sie zudem Russisch, nahm an zahlreichen Russisch-Wettbewerben teil und war Mitglied der Freien Deutschen Jugend, kurz FDJ.

Angela Merkel zwischen Kernphysik und Politik

Im Jahre 1973 begann Angela Merkel ihr Studium, das sie 1978 mit Bestnoten abschloss. Doch ihre Karriere sollte keinesfalls an der Uni enden. Nach Abgabe Ihrer Diplomarbeit zog sie nach Ost-Berlin und heuerte als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Physikalische Chemie an, wo sie an ihrer Dissertation zum Thema „Zerfallsreaktionen“ arbeitete. 1986 promovierte sie mit magna cum laude. Kurz nach ihrer Promotion kam es zum Demokratischen Aufbruch in der ehemaligen DDR und Angela Merkel engagierte sich zunehmend auch politisch.

So liebäugelte sie zunächst mit einer Mitgliedschaft bei der damaligen SPD und war entscheidend an den Vertragsentwürfen für die deutsche Wiedervereinigung beteiligt. Besonders mit dem Ministerpräsidenten Günther Krause (geboren am 13. September 1953) war Angela Merkel zu dieser Zeit eng verbunden. Er war es schließlich auch, der sie 1990 dazu anhielt, die Delegation um den damaligen CDU-Spitzenkandidaten Lothar de Maizière (geboren am 2. März 1940) zum Vertragsabschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrags nach Moskau zu begleiten. In diesem Jahr trat Angela Merkel schließlich offiziell der CDU bei.

Angela Merkel während der Flüchtlingskrise und Corona-Pandemie

2015 war weltpolitisch ein ereignisreiches Jahr. Insbesondere der syrische Bürgerkrieg und die daraus hervorgehende Flüchtlingskrise bestimmten das politische Klima und brachten auch  Bundeskanzlerin Angela Merkel viel Kritik ein. Ihre umstrittene Entscheidung, die Grenzen zu öffnen und eine Million geflüchteter Menschen aufzunehmen, wurde mit teils massivem Widerstand quittiert und gilt für viele als ausschlaggebend für den rasanten Aufstieg der rechtspopulistischen AfD. Merkel äußerte sich auf einer Pressekonferenz 2015 über die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik.

Auch das Jahr 2020 ist aufgrund der Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie kein politisches Zuckerschlecken für die Coronavirus-Kanzlerin. Grenzschließungen, Ausgangsverbote und wirtschaftliche Einbußen in Milliardenhöhe stellen Angela Merkel vor eine beispiellose Herausforderung. Verglichen mit Italien, Spanien oder den USA gelang es Deutschland bisher allerdings, die Sterberate gering zu halten, was auch dem beherzten Eingreifen der Kanzlerin zugeschrieben wird.

Angela Merkels: Abschied aus der Politik, Parodie und Co.

2017 verlor die CDU massiv an Wählerstimmen und viele stellten daraufhin die Frage: Bis wann bleibt Angela Merkel im Amt? Die Bundeskanzlerin verkündete schließlich, für die kommenden Wahlen 2021 nicht mehr kandidieren zu wollen. Neben dem inoffiziellen Titel „mächtigste Frau der Welt“ verliert sie somit demnächst auch ihr Gehalt von 25.000 Euro pro Monat.

In ihrer Geburtsstadt Hamburg ist die Kanzlerin nach wie oft zu Besuch – und das keineswegs nur am Hamburger Parteitag. Angela Merkel ist gerne auch privat in der Hansestadt unterwegs, nächtigt im Hotel Atlantic, besucht Fischrestaurants am Hamburger Hafen und zeigt sich volksnah. Und auch für den einen oder anderen Lacher ist die Bundeskanzlerin aus Hamburg gut: Eine Parodie von ihr gibt’s bei Radio Hamburg. Hier erzählt die Kanzlerin ihre Lieblingswitze. Die einzelnen Wörter hierfür wurden aus ihren Reden herausgeschnitten und passend zusammengebastelt.

Weniger witzig sind hingegen die ausgedachten News, die die Klatschmedien verbreiten. Merkel sei bei einem Unfall gestorben, heißt es dort zum Beispiel immer wieder. So muss die Bundeskanzlerin auch mit den Kehrseiten ihrer Prominenz leben.

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