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Luxus pur: Alster, Elphi, Elbchaussee – hier stehen Hamburgs teuerste Häuser 

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Von: Kevin Goonewardena

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Trotz Corona-Krise steigen die Verkaufszahlen der Luxusimmobilien. Für 27,5 Millionen wechselte 2021 das teuerste Haus Hamburgs seinen Besitzer – Rekord.

Hamburg – Dass sich in Hamburg Super- und Ultrareiche – das sind Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar – besonders wohlfühlen, ist kein Geheimnis: Nirgendwo in Deutschland sind so viele Einkommensmillionäre gemeldet, wie in der Elbmetropole. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 3100 Menschen mit einem Vermögen jenseits der 100 Millionen US-Dollar. Viele von ihnen fühlen sich in Hamburg wohl. Kein Wunder also, dass es in Hamburg auch besonders viele teure und exklusive Immobilien gibt, denn schließlich wollen sich die Reichen auch standesgemäß betten. Doch wo genau lebt der Geldadel in Hamburg eigentlich? Und wie viel müssen Menschen auf den Tisch legen, um dazuzugehören?

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Einkommensmillionäre:mehr als 800

Reiche-, Superreiche und Ultrareiche: Hier in Hamburg lebt der Geldadel

Blankenese und Eppendorf – dort soll seit mehr als 20 Jahren Wahlhamburger und Fanta 4-Mitglied Smudo wohnen – stehen deutschlandweit traditionell für das reiche und wohlhabende Hamburg – ähnlich wie Pöseldorf. Und wer einmal die Außenalster bei einem Spaziergang umrundet hat, wird über die Herrenhäuser in Rotherbaum, Winterhude oder Uhlenhorst gestaunt haben. Die Walddörfer hingegen kennen nur wenige Menschen – zu weit vom Schuss und zu zurückgezogen leben dort diejenigen, die es sich leisten können. Einer von ihnen: Scooter-Frontmann H.P. Baxxter.

Der verriet einst in der Bild-Zeitung, wieso es ihn an den Stadtrand im äußersten Norden Hamburgs verschlug: „Zuerst lebte ich in Winterhude in einer Erdgeschoss-Wohnung. ,Scooter‘ ging gerade ab wie eine Rakete. Die Fans klopften immer ans Fenster. Deshalb zog ich in die Walddörfer. Da fühle ich mich super-wohl, habe großartige Nachbarn. Landgefühl und die Stadt nebenan“, so der wasserstoffblonde Musiker der Hamburger Rave-Band 2017.

Neben Mike Krüger (l-r), Judith Rakers und H.P. Baxxter besitzen viele weitere Stars Villen und Wohnungen in Hamburg
Neben Mike Krüger (l-r), Judith Rakers und H.P. Baxxter besitzen viele weitere Stars Villen und Wohnungen in Hamburg. © Daniel Reinhardt/Jens Kalaene/Felix Hörhager/Carsten Rehder/dpa/Montage

In den Walddörfern, einem Verbund von fünf Stadtteilen im Bezirk Wandsbek, leben beispielsweise auch Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers und Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel. Andere Prominente mögen es bodenständiger: Etwa Regisseur Fatih Akin, der bis heute in Ottensen lebt – dem Stadtteil, in dem er aufgewachsen ist. Überhaupt ist Hamburg ein beliebter Promi-Wohnort: Ob Johannes B. Kerner, Oliver Geissen, Mike Krüger, Otto Waalkes oder Nena, zahlreiche Schauspieler, Moderatoren, Comedians, Musiker oder andere in der Öffentlichkeit stehende Personen, leben in der Stadt an der Elbe. In Alsterdorf oder Wandsbek, in Rotherbaum oder Eimsbüttel.

Teuerste Wohnung Deutschlands 2021: 8,9 Millionen für Wohnung in Hamburg

So viel wie in Hamburg habe 2021 niemand in Deutschland für eine Eigentumswohnung zahlen müssen, berichteten im vergangenen Dezember mehrere Medien, darunter die Süddeutsche, t-online und Radio Hamburg. Mit 8,9 Millionen Euro haben der Käufer oder die Käuferin eine 430 Quadratmeter Wohnung in Uhlenhorst zur teuersten Wohnung des Landes gemacht. Zumindest bezogen auf die Verkäufe über das Portal immowelt.de, von dem diese Daten stammen. Dass über andere Kanäle für Immobilien deutlich mehr gezahlt wurde, belegen Zahlen anderer Quellen.

Das Treppenviertel am Suellberg (74 Meter) in Hamburg-Blankenese.
Luxus pur: Alster, Elphi, Elbchaussee – hier stehen Hamburgs teuerste Häuser  © Philipp Reiss/imago

Zum Vergleich: Die teuerste Wohnung Hamburgs 2018 ist laut einem Bericht das Hamburger Abendblatt ein 287 Quadratmeter großes Penthouse in der Spitze der Elbphilharmonie gewesen. Diese soll für 11,07 Millionen Euro, also deutlich mehr als der Spitzenreiter 2021 verkauft worden sein. Auf welchem Rang die Wohnung im deutschlandweiten Ranking 2018 lag, ist nicht bekannt.

Reiche immer reicher: „Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch“

Trotz der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 bis Mitte 2022 ist das Vermögen der Reichen und Superreichen weltweit angestiegen. Das geht aus den Zahlen des „Global Wealth Report“ der Unternehmensberatung Boston Consulting Group hervor, aus dem unter anderem das Magazin der Stern berichtet. In Deutschland sind die Privatvermögen demnach um sechs Prozent auf 9 Billionen Dollar gestiegen. Auch die Zahl der Dollarmillionäre wuchs hierzulande im Untersuchungszeitraum um 35.000 an. 542.000 Deutsche verfügen laut des Reports über mindestens umgerechnet 1 Million US-Dollar, wobei ein Dollar im Zeitraum der Untersuchung 0,82 Euro entsprochen hat, wie der Stern weiter ausführt.

„Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch“, fasst Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei dem deutschen Ableger der Hilfsorganisation Oxfam, die Auswirkungen der weltweiten Krise zusammen, von der die Reichen nicht nur weniger betroffen waren, sondern vor allem auch profitierten.

Reichster Hamburger Klaus-Michael Kühne: 20 Milliarden Dollar Vermögenszuwachs durch die Pandemie

So auch der reichste Hamburger, HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne. Das Vermögen Kühnes ist während der Pandemie um sagenhafte 20 Milliarden Dollar angewachsen. Mit rund 33 Milliarden Dollar steht Kühne nun auf Platz 2 der reichsten Deutschen, hinter Lidl-Gründer Dieter Schwarz. Kühne hatte als Erbe des Logistikkonzerns Kühne + Nagel und Anteilseigner an der Großreederei Hapag-Lloyd besonders von dem boomenden Onlinehandel in der Krise profitiert.

Das sind die teuersten Häuser: 3 Mal Sylt in den Top 10 - auch Hamburg vertreten

Nicht nur teure Wohnungen, auch teure Häuser gibt es in Hamburg. Das teuerste über Immowelt.de 2021 in der Hansestadt verkaufte Haus landete mit 11 Millionen Euro Kaufpreis nur auf Platz 7 der deutschlandweiten Top 10 und steht in Blankenese. Gleich dreimal sind die Gemeinden Keitum und Kampen auf der Promi-Insel Sylt vertreten, unter anderem auf Rang 2 und 3 der Liste. Auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp soll dort wohnen – und die knapp 750 Kilometer Luftlinie nach Liverpool pendelnd im Privatjet zurücklegen. Flugdauer: Etwa 80 Minuten. Das berichtet unter anderem die Zeitschrift Bunte. Angeführt wird die Liste übrigens von München: 14,4 Millionen sorgten für den Spitzenplatz.

Luxusimmobilien: Nachfrage ungebrochen – deutlich mehr in Hamburg verkauft

Im vergangenen Jahr wurden einem Bericht des NDR zufolge rund 66 Prozent mehr Eigentumswohnungen verkauft, deren Preis bei über 10.000 Euro je Quadratmeter liegt. Der NDR bezieht sich dabei auf Zahlen des Immobilienentwicklers Dahler & Company. 533 Luxus-Wohnungen mit einem Durchschnittspreis von 1,4 Millionen Euro hätten im vergangenen Jahr den Besitzer gewechselt. Ein Ende der Fahnenstange, glaubt Immobilienentwickler Björn Dahler, sei noch nicht erreicht.

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Auch 2021 seien alleine zwei Wohnungen für mehr als 11 Millionen Euro verkauft worden, beide lägen in der HafenCity – und sind damit um rund 2 Millionen teurer, als die bei Immowelt.de genannte Wohnung an der Alster. Die teuerste Villa wechselte in Hamburg 2021 nicht etwa für 11 Millionen, sondern für fast das Dreifache, nämlich für 27,5 Millionen Euro, den Besitzer. Das berichten NDR, Hamburger Abendblatt und die Hamburger Morgenpost übereinstimmend. Wem die Mega-Luxusimmobilie nun gehört, ist hingegen nicht bekannt.

Hamburgs Superreiche: Reichtum ist Familiensache

Ob die Familie Schwarz (Lidl, Kaufland), Quandt und Klatten (BWM) oder Porsche (Volkswagen): Reichtum ist in Deutschland Familiensache. Da bildet auch Hamburg keine Ausnahme: Unter den 10 reichsten Hamburgern und Hamburgerinnen befinden sich mit Ausnahme Klaus-Michael Kühnes ausschließlich Familien. Darunter die Tchibo-Erben oder die Familie des Optikers Fielmann. Aber auch Kühne hat keineswegs ausschließlich selbst für seinen Reichtum gearbeitet: 1958 trat der Enkel von Firmenmitgründer August Kühne in das Unternehmen ein und belegte in der Folge verschiedene Positionen des Unternehmens. Kühne ist bis heute Mehrheitsaktionär des drittgrößten Logistikkonzerns der Welt.

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