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Alarmierende Studie: In Hamburg leben deutschlandweit die meisten Essgestörten

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Hamburger leiden überdurchschnittlich oft an Ess- und Angststörungen. Dafür leben in Hamburg am wenigsten Herzkranke oder Menschen mit Migräne-Anfällen.

Hamburg – Hamburg ist das Bundesland der Fischbrötchen und des guten nordischen Essens. Trotzdem gibt es in der Hansestadt so viele Essgestörte wie nirgendwo sonst in Deutschland. Das fand jetzt die Barmer-Krankenkasse heraus, die aus den Daten ihrer Versicherten eine neue Studie erstellen ließ.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand Mai 2021, Sozialamt)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Für den Morbiditäts- und Sozialatlas wurden die Daten für das Jahr 2020 ausgewertet. Das Ergebnis für die Hamburger ist erschreckend. In Hamburg liegt die Zahl der Essstörungen und psychischen Störungen weit über dem bundesweiten Durchschnitt.

Neue Studie: 45 Prozent über dem Durchschnitt – Hamburg hat mit Abstand die meisten Esskranken

Im Durchschnitt leiden in Deutschland von 1000 Menschen etwa 4,23 Personen an einer Essstörung – immer mehr Betroffene von Essproblemen sind Jugendliche. Laut der Hochrechnung der Studie liegt die Zahl der Betroffenen in Hamburg sogar bei 6,11. Damit liegt die Hansestadt 45 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt und steht an erster Stelle auf dieser Liste.

Danach folgen Bremen (28 Prozent über dem Durchschnitt), Berlin (26 Prozent über dem Durchschnitt) und Schleswig-Holstein (25 Prozent über dem Durchschnitt), wo im Durchschnitt von je 1000 Einwohnern etwas mehr als fünf Personen an einer Essstörung leiden.

Junge Frau mit Essstoerungen sitzt vor einem Teller mit Schaumkuss.
45 Prozent über Durchschnitt: In Hamburg leben die meisten Essgestörten. © Ute Grabowsky/photothek.net/imago

Am wenigsten von Essstörungen betroffen sind die Menschen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Dort liegt der Durchschnittswert weit unter dem Bundesdurchschnitt. Sachsen-Anhalt hat mit 39 Prozent unter dem Durchschnitt nur 2,57 Esskranke auf 1000 Einwohner. Auch in Brandenburg und Sachsen liegt der Wert unter drei Personen.

Erkrankungen in Hamburg: Die Hansestädter leiden vermehrt an Angststörungen und Drogenmissbrauch

Auch Drogenmissbrauch ist für Hamburg ein Thema, denn die Hansestadt hat 18 Prozent mehr Fälle zu verzeichnen als der deutschlandweite Durchschnitt angibt. Auf 1000 Einwohner kommen im ganzen Land 18,4 Fälle, in Hamburg sind es schon 21,75.

Beim Thema der psychischen Erkrankungen findet sie die Hansestadt ebenfalls weiter oben auf der Liste wieder als den Einwohnern lieb sein wird. Von 1000 Menschen leiden 204 an einer psychischen Störung, das sind drei Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt von 197 Menschen - und das, obwohl die Wartezeit auf Psycho-Therapie-Termine immer länger wird. Die Zahl der Angststörungen ist mit plus elf Prozent sogar noch höher. Knapp 60 von 1000 Menschen leiden in Hamburg an Angstattacken. Nur in Berlin ist die Zahl höher, dort sind es 62 von 1000.

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Positive Tendenz: Am wenigsten Herzkranke in Hamburg – auch Hautkrankheiten und Migräne seltener

Dafür sind die Hamburger weit weniger oft herzkrank als im Rest von Deutschland. Bundesweit liegt der Durchschnitt für Herzerkrankungen bei 258 Personen auf 1000 Einwohner. Hamburg liegt mit 195,25 Betroffenen ganze 24 Prozent unter diesem Bundesdurchschnitt und ist das Bundesland mit den im Verhältnis wenigsten Herzerkrankungen. Die meisten Herzkranken leben in Sachsen. Dort liegt man mit 360,94 Erkrankten auf 1000 Menschen ganze 40 Prozent über dem Durchschnitt.

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Auch Hauterkrankungen sind in Hamburg seltener. Hier liegt die Hansestadt mit nur rund 135 Betroffenen auf 1000 Menschen 18 Prozent unter dem Durchschnitt.

Außerdem haben die Menschen in Bremen und Hamburg weniger Migräne-Anfälle als im Rest von Deutschland. Bundesweit haben von 1000 Menschen etwa 33 regelmäßig mit der Kopfschmerzerkrankung zu kämpfen. In den beiden Stadtstaaten liegt die Zahl nur bei etwa 30 Betroffenen und somit etwa 10 bis 11 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

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