Schlecht für Stadt und Hafen

Alarm im Hamburger Hafen: Containerschiffe hauen ab!

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Große Probleme mit dicken Pötten: Im Hamburger Hafen stauen sich die Container-Schiffe. Die ersten Reedereien haben genug – und ziehen ihre Frachter ab.

Hamburg – Pauken-Schlag am Hamburger Hafen: Die großen Reedereien Maersk und MSC haben genug. In einem Kundenschreiben kündigen die Unternehmen an, ihre Container-Schiffe aus Hamburg abzuziehen. Großen Pötte, wie „MSC Leanne“ und der „MSC Kalina“ sollen jetzt ihre Lieferung nach Wilhelmshaven bringen.

Hafen in Deutschland:Hamburger Hafen
Gründung:7. Mai 1189, Hamburg
Größe:Größter Seehafen Deutschland, drittgrößter Europas
Fläche: 7200 Hektar
Anzahl der Beschäftigten:10.000 (2004)

Was ist passiert? In einem Wut-Schreiben vom 31. Mai an ihre Kunden machen sich Maersk und MSC Luft, sprechen von langen Wartezeiten für ihre Containerchiffe. Überlastung durch die Suezkanal-Sperrung, steigende Umschlagsmengen – aber auch die langsamen Dock-Arbeiter seien für den Schiffs-Stau verantwortlich. Auch würden die zu viel protestieren.

Bitter, sind es doch gerade die Hafenarbeiter, die in Hamburg tagtäglich ihr Leben riskieren, schlimmen Stürzen und Unfällen trotzen müssen.

Reedereien ziehen Containerschiffe ab: Millionen-Verluste drohen

Dicke Luft an der Elbe also, den Unternehmen reichts: Reederei-Riese Maersk will Hamburg bei den nächsten Fahrten von Ostasien nach Europa nicht ansteuern, die Containerschiffe nach Bremerhaven leiten.

Alarm am Hamburger Hafen: Große Reedereien wollen ihre Containerschiffe abziehen. Bekommt Hamburg jetzt die rote Laterne in die Hand gedrückt? (24hamburg.de-Montage)

Allein am großen Containerterminal Eurogate würden so 25.000 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) im Monat verloren gehen. Ein herber Schlag für den Hafen und die Stadt Hamburg, es drohen Millionen-Verluste: Der Hamburger Hafen sichert in der Corona-Krise 600.000 Arbeitsplätze.

Hamburger Hafen verliert Containerschiffe: Fatales Signal

In der Politik herrscht Alarm-Stimmung. Götz Wiese, hafenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftfraktion: „Der Senat muss jetzt endlich in die Pötte kommen!“ Andere Länder – wie China, Holland und Belgien – seien da aktiv. Der Senat hingegen zu schwerfällig, der Hamburger Hafen: zu teuer.

Standortschädigend.

HHLA-Chef Axel Hoeckrich schießt gegen Eurogate

In Sachen Hafenentwicklungsplan käme von Rot-Grün: nichts. Wiese: „Das ist höchst fahrlässig.“ Wirtschaftssenator Westhagemann Michael ging auf die Vorgänge in der Haushaltsdebatte der Bürgerschaft nicht auf das Hafen-Desaster ein, sagte nur: „Selbstverständlich arbeiten wir an einer Strategie für unseren Hafen der Zukunft.“

Derweil zerfleischen sich die Hafenunternehmen gegenseitig: Der Chef der Hamburger Hafen und Logistik (HHLA), Axel Hoeckrich, schießt scharf gegen Betreiber Eurogate: „Die aktuelle Performance des Eurogate-Terminals ist für den Hamburger Hafen ohne Übertreibung standortschädigend und für alle nachgelagerten Betriebe geschäftsschädigend.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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