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Affenpocken in Hamburg: Zahlen steigen – Impfung kommt

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Von: Steffen Maas

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Die Affenpocken sind in Hamburg weiter auf dem Vormarsch: Weil nun 49 Fälle bekannt sind, soll auch bald eine Impfung kommen, meldet die Sozialbehörde.

Hamburg – Fieber, Ausschlag, Schmerzen im Kopf, in den Muskeln, in den Gelenken: Die Symptome einer Erkrankung mit den Affenpocken können schmerzhaft sein. Auch in Hamburg sind davon immer mehr Menschen betroffen: Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sind bis zum Mittwoch, 29. Juni 2022, insgesamt 49 Infektionen bei Männern mit Wohnsitz in der Hansestadt Hamburg nachgewiesen worden. Eine Woche zuvor waren es 30 Infektionen gewesen. Der erste bestätigte Fall in der Hansestadt war vor einem Monat aufgetreten.

Name der Erkrankung:Affenpocken
Erreger:Orthopoxovirus
Erster menschlicher Fall:1970 im Kongo
Hauptübertragungsweg:enger Haut-zu-Haut-Kontakt

Affenpocken in Hamburg: Symptome und Übertragung

Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die bei engem und besonders bei sexuellem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Die Übertragung des Virus kann nach dem Beginn der Symptome erfolgen – etwa durch engen Hautkontakt, Tröpfchen-Übertragung oder Kontakt mit Objekten und Stoffen, die zuvor von einem Infizierten intensiv genutzt oder berührt wurden.

Die Symptome – schmerzhafte Hautveränderungen und allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit – treten innerhalb von fünf bis 21 Tagen auf. Infizierte müssten sich dann für 21 Tage isolieren, informiert das Robert-Koch-Institut. Infektionen mit schweren Krankheitsverläufen gab es in Hamburg den Angaben der Sozialbehörde zufolge bislang nicht.

Behörde in Hamburg bereitet Impfung vor

Die Hamburger Gesundheitsbehörde bereitet nach eigenen Angaben ein Impfangebot vor. Gemäß einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission sollen zunächst Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und häufig ihre Partner wechseln, geimpft werden. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich vor einigen Tagen „tief besorgt“, unterstrich aber, keine internationale Gesundheitsnotlage feststellen zu können.

Affenpocken: Laut der Gesundheitsbehörde sind in Hamburg mittlerweile 49 Infektionen nachgewiesen worden
Affenpocken: Laut der Gesundheitsbehörde sind in Hamburg mittlerweile 49 Infektionen nachgewiesen worden. (24hamburg-Montage) © Andrea Männel/Eduardo Parra/Markus Scholz/dpa/Montage

Dafür hat die Europäische Union mit der Auslieferung der ersten Impfstoff-Dosen gegen Affenpocken begonnen, wie EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Dienstag, 28. Juni 2022, erklärte. Zunächst sollen 5300 Dosen nach Spanien gehen, danach werden Portugal, Deutschland und Belgien beliefert.

Affenpocken weniger gefährlich als die ausgerotteten Pocken

In zurückliegenden Jahren sind Affenpocken immer wieder in einigen afrikanischen Ländern aufgetreten. Seit Mai 2022 häufen sich Infektionen in anderen, vor allem europäischen Ländern, die nicht im Zusammenhang mit Afrika-Reisen stehen. Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung.

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Die Symptome – darunter Fieber und Hautausschlag – verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen. Im Rahmen einer allgemeinen Neu-Ausrichtung bei der Namensgebung von Krankheiten informierte die Weltgesundheitsbehörde zuletzt, dass sie eine Namensänderung für die Affenpocken anstrebt – um möglichen Diskrimierungen und Stigmatisierungen vorzubeugen. (mit Material der dpa.)

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