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Affenpocken in Hamburg: Zweiter Fall bestätigt – Seuchenstab einberufen

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Von: Jan Knötzsch

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In Hamburg wird der erste Patient behandelt, der an Affenpocken erkrankt ist. Der 32-Jährige wurde in einer Klinik aufgenommen. Inzwischen gibt es einen zweiten Fall.

Update von Dienstag, 31. Mai 2022, 20:35 Uhr: Nachdem in der Hansestadt Hamburg am Montag, 30. Mai 2022, der erste Fall einer Infektion mit dem Affenpocken-Virus aufgetreten ist, ist in Hamburg der Seuchenstab einberufen worden. Dies hat Sr. Stefan Schmiedel, Infektiologe am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE) erklärt. Der Seuchenstab diskutiert – das ist die übliche Vorgehensweise, wenn seltene aber ansteckende Erkrankungen auftreten – Maßnahmen um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Wie der UKE-Mediziner auf einer Pressekonferenz erklärt hat, sei sich der 32 Jahre alte Mann, der in Hamburg an den Affenpocken erkrankt ist, selbst in die Uniklinik gekommen und typische Symptome gezeigt. Danach wurde durch einen PCR-Test, der durch das UKE durchgeführt wurde, die Infektion mit den Affenpocken nachgewiesen. Die Sozialbehörde der Stadt Hamburg hat derweil am frühen Dienstagabend laut Hamburger Abendblatt bestätigt, dass es in Hamburg einen zweiten bestätigten Fall von Affenpocken gibt.

Erstmeldung von Montag, 30. Mai 2022:

Hamburg – Über die letzten rund zwei Jahre hatte das Coronavirus die Hansestadt Hamburg mal mehr und dann weniger fest in seinen Fängen. Inklusive aller unterschiedlichen Eindämmungsverordnungen, Corona-Regeln, der nicht überall beliebten Maskenpflicht und der vielen, vielen Corona-Tests und Impfungen. Kaum ist Corona – zumindest vorübergehend für die Sommermonate – nicht mehr so fest im Kopf verankert, da befindet bereits die nächste Viruserkrankung in Deutschland im Anmarsch: die Affenpocken.

Jetzt gibt es auch in Hamburg den ersten Fall, bei dem ein Patient, der an den Affenpocken erkrankt ist, im Krankenhaus behandelt werden muss.

Erkrankung:Affenpocken
Klassifikation:Viren
Erreger der Affenpocken:ein Virus aus der Gattung Orthopoxvirus
Erster menschlicher Fall:1970 im Kongo

Erster Fall von Affenpocken in Hamburg: 32 Jahre alter Mann infiziert – er wird in der Bernhard-Nocht-Klinik behandelt

Wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) am Montagabend, 30. Mai 2022, mitteilte, wird seit Montag ein 32-Jähriger in der Bernhard-Nocht-Klinik des UKE, die auf Infektiologie und Tropenmedizin spezialisiert ist, im Stadtteil St. Pauli behandelt. Wie das UKE angibt, handelt es sich bei dem Patienten, der in der Klinik aufgenommen wurde, um einen 32 Jahre alten Mann. Woher der mit den Affenpocken infizierte Mann kommt und wo und wie er sich die Viruserkrankung eingefangen hat, ist nicht bekannt. Das UKE machte dazu bislang keinerlei Angaben.

Ein Stempel mit der Aufschrift Affenpocken steht zwischen Spritzen, einem Impfpass und einem Virus-Modell.
In Hamburg gibtes den ersten Fall einer Infektion mit Affenpocken. © Martin Wagner/imago

Erst vor kurzem hatte die Virologin Sandra Cisek aufgeklärt, ob es sich bei den Affenpocken um eine echte Gefahr handeltoder aber ob die Sorgen vor dem Virus übertrieben sind. Zudem hat sich jüngst auch der Vorsitzende der Stiko (Ständige Impfkommission) geäußert, ob eine frühere Windpocken-Infektion davor schützen kann, sich mit den Affenpocken zu infizieren. Und auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich bereits zur neuartigen Viruserkrankung zu Wort gemeldet und versprochen, dass es fast eine Viertelmillion Impfdosen gegen die Affenpocken in Deutschland geben werde.

Affenpocken: Bislang nur knapp zwei Dutzend Infektionen in Deutschland – Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht „keine Gefahr im Sinne einer Pandemie“

In Deutschland hat es bislang nur knapp zwei Dutzend Infektionen mit Affenpocken gegeben, von denen der Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery sagt, dass „das Thema Affenpocken bald erledigt sein wird.“ Gesundheitsminister Karl Lauterbach hält die Affenpocken nicht für „eine Gefahr im Sinne einer Pandemie“. Dies hat der SPD-Politiker am Montag., 30. Mai 2022, gesagt – noch bevor in Hamburg das UKE den ersten Affenpocken-Fall in der Stadt von Alster, Elbe und Hamburger Hafen vermeldet hat.

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Wer sich mit Affenpocken infiziert, der leidet an verschiedenen Symptomen. Bislang sind als Symptome bei Infizierten Fieber, Schüttelfrost, Rücken-, Muskel- und Gliederschmerzen bekannt. Experten unterstützen die Empfehlung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, dem zufolge sich Menschen, die sich mit Affenpocken infiziert haben, für 21 Tagen in Isolation begeben sollen. Auch für Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten gibt es die dringende Empfehlung, dass sie für 21 Tage in Quarantäne müssen. 

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