1. 24hamburg
  2. Hamburg

HVV ab 2025 kostenlos? Hamburg will nächste Woche über Antrag abstimmen

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Wird es eine HVV-Revolution wegen Klimakrise und Inflation geben? Die Hamburger Linke fordert erst die 29-Euro-Monatskarte und dann das 0-Euro-Ticket.

Hamburg – Noch vor Ablauf des im Sommer angebotenen 9-Euro-Tickets, das auch im HVV gültig war, bezeichnete Volker Wissing, Minister für Digitales und Verkehr, die Maßnahme aus dem Entlastungspaket bereits als einen „großen Erfolg“. In Sachen Nachhaltigkeit sei es ein Musterbeispiel dafür, „wie wir vorangehen müssen, wenn wir im ÖPNV etwas verändern möchten“. Es folgten Gespräche, die ein „einfaches und attraktives ÖPNV-Angebot“, gefordert hatten. „Auch in die Haushalte der Länder und des Bundes“ sollte es passen: das Nachfolgemodell, das sich letzten Endes auf den Beschluss des 49-Euro-Tickets bezieht.

Das neue Angebot steht auch beim Hamburger Verkehrsverbund (HVV) in den Startlöchern. Vor dessen Realisierung 2023 blickt die Hamburger Bürgerschaft noch einmal positiv auf den vergangenen Sommer zurück. Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Hamburger Linken, spricht von einem „umweltpolitischen und auch sozialpolitischen Erfolg“ – doch damit nicht genug: Die Hamburger Linke will günstigere Preise im Hamburger Nahverkehr. Erst ein HVV-Monatsticket für 29 Euro, dann sollen Bus und Bahn sogar kostenlos werden.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):Rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Haltestellen:Mehr als 10.000

HVV-Revolution? Die Linke Hamburg fordert 29-Euro-Monatsticket – ab 2025 kostenlosen Nahverkehr

Die Zahlen bestätigen den Erfolg des 9-Euro-Tickets: Der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge wurde das Ticket 52 Millionen Mal verkauft. Für die Hansestadt Hamburg ging das mit einem Rückgang von durchschnittlich 9,8 Prozent hinsichtlich des Autoverkehrs zwischen Mai und August einher. Die Angabe, die sich auf einen Vergleich mit 2019 bezieht, entstammt einer Antwort des Senats. Zuvor hatte die Linke um Auskunft gebeten. Die Partei sieht sich bestätigt. Laut Sudmann war das 9-Euro-Ticket demnach auch in Hamburg ein „absoluter Erfolg“.

Eine Erhebung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bringt Zahlen hervor, die das bestätigen. 20 Prozent aller Menschen, die das Angebot genutzt hatten, gaben an, zuvor keine Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Betracht gezogen zu haben. Unter Berufung auf Berichte der SZ hätten zusätzlich 27 Prozent der 6.000 für die Statistik befragten Menschen Bus und Bahn höchstens einmal im Monat genutzt.

Das 9-Euro-Ticket hat es gezeigt: Je einfacher und günstiger das Ticket, desto eher sind Menschen bereit, auf das Auto zu verzichten – vor allem in der Großstadt. In Hamburgs Politik wird deswegen nun die Forderung laut, den Nahverkehr kostenlos anzubieten.

HVV.
Kostenloser Nahverkehr in Hamburg: Die Linke Hamburg fordert ein 0-Euro-Ticket. (Symbolbild) © Lobeca/Imago

HVV: Hamburger Linke fordert 29-Euro-Monatsticket und höheren Sozialrabatt

In einer Pressemitteilung äußerte sich Heike Sudmann zu den Forderungen ihrer Partei: Man müsse „auf diesen umweltpolitischen und auch sozialpolitischen Erfolg“ des 9-Euro-Tickets „aufbauen“. Es hätte „den HVV für mehr Menschen attraktiv gemacht und die Autos von den Straßen geholt“. Zunächst ein 29-Euro-Ticket anzubieten – etwa nach dem Vorbild Berlins – sei für Hamburg und das Umland alternativlos. Klimapolitische Ziele würden sich zufolge der verkehrspolitischen Sprecherin „mit dem 49-Euro-Ticket nicht erreichen“ lassen.

Die parteilichen Forderungen sind an mehrere Bedingungen geknüpft. So fordern etwa die beteiligten Politikerinnen und Politiker, dass der Sozialrabatt erhöht wird. Zum einen erhöht, zum anderen steht angesichts der hohen Inflation auch eine „Erweiterung des Kreises der Berechtigten“ im Raum. Das geht aus dem am 8. Dezember 2022 vorgelegten Antrag der Linken hervor. Statt monatlichen 24,80 Euro brauche es 29 Euro, damit jeder sich ein potenzielles 29-Euro-Ticket für den Hamburger Nahverkehr leisten könne.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Kommt 0-Euro-Ticket im HVV? Hamburger Bürgerschaft will über Antrag für 29-Euro-Ticket entscheiden

In der kommenden Woche will die Hamburger Bürgerschaft über den Antrag abstimmen. Was dann auch unmittelbar zur Debatte steht: die kürzlich angekündigten Preiserhöhungen im HVV. Eine bedingungslose Zustimmung des Antrages würde bedeuten, dass zum 1. Januar 2023 ein neues HVV-Abo für 29 Euro zur Verfügung gestellt wird, Mehrkosten im HVV-Tarif ausbleiben und der Sozialrabatt, der auch das 49-Euro-Ticket günstiger macht, angehoben wird.

Der Hamburger Linken geht es zufolge des Antrags um „Teilhabe aller am sozialen, kulturellen und politischen Leben“ und darum, Menschen und Umwelt zu entlasten. Das Schreiben endet mit einem „Konzept für den Start eines ticketlosen ÖPNV ab dem Jahr 2025“. In einer gar nicht allzu fernen Zukunft möchte die Partei nämlich ein kostenloses Angebot für den Nahverkehr verkünden. Ähnliche Debatten inklusive Forderung eines kostenlosen Nahverkehrs werden übrigens auch in Bremen geführt. Je nach Ausgang könnten die Hansestädte dann Luxemburg oder Malta folgen – sie setzen bereits auf das 0-Euro-Ticket.

Auch interessant

Kommentare