Illegaler Welpenhandel

Abgemagert, voller Kot: Polizei rettet 33 Welpen von Hamburger Horror-Züchterin

  • Elias Bartl
    VonElias Bartl
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Seit der Corona-Pandemie boomt der illegale Welpenhandel. Der Polizei ist nun ein Schlag gegen eine Horror-Züchterin aus Wandsbek gelungen.

Hamburg – Hausdurchsuchung im Hamburger Stadtteil Wandsbek am Dienstagmorgen. Eine 42-jährige Frau steht im Verdacht, beim Hundewelpen-Handel ihre Kunden betrogen zu haben.

Illegaler Welpenhandel in Hamburg: 33 Hunde konnten von der Polizei und dem Tierschutzverein gerettet werden.

Die Frau soll falsche Stammbaumdaten und Haltungsbedingungen der Hundewelpen vorgetäuscht haben – typisch für den illegalen Welpenhandel. Als die Polizei am Dienstag die Wohnung betritt, sind die Beamten geschockt!

Welpenhandel in Hamburg: Mehr als 30 Hunde gerettet – Welpen in völlig verwahrlosten Zustand

Die Hunde wurden in einem völlig verdreckten Wintergarten gehalten und befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Abgemagert, dehydriert und das Fell mit Urin und Kot verklebt.

Ein geretteter Welpe bei der Untersuchung in der Tierheim-Praxis.

Fast alle der 33 geretteten Hunde haben aufgeblähte Bäuche, Wurmbefall und Ohrmilben. Das zeigt die Schwere der Verwahrlosung und die Grausamkeit des Welpenhandels, schreibt der Hamburger Tierschutzbund.

Welpenhandel in Hamburg: Horror-Züchterin muss sich auf Ermittlungen einstellen!

Wie die Polizei Hamburg mitteilte, wurde gegen die 42-Jährige nun auch ein Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Das dreckige geschäft mit Welpen: Tierschutzverein appelliert an die Politik

 „Seit mehr als einem Jahr erleben wir die dramatischen Folgen des illegalen Welpenhandels, für den es bislang kaum nennenswerte strafrechtliche Konsequenzen gab. Die Hamburger Politik und die zuständigen Behörden sind jetzt im Zugzwang, den Tierhandel strenger zu kontrollieren und bei Tierschutzverstößen konsequent zu ahnden.“

Pandemie föärdert den illegalen Welpenboom

Bei vielen Menschen wuchs in der einsamen Zeit der Corona-Pandemie der Wunsch nach einem Haustier. Die extrem steigende Nachfrage nach Hundewelpen ließ auch den illegalen Welpenhandel boomen.

Oft werden die Tiere unter schrecklichen Bedingungen in Osteuropa geboren, werden viel zu früh von der Mutter getrennt. Anschließend kommen sie dann geplagt von Krankheiten und Parasiten nach Deutschland.

Zu Dumpingpreisen werden die Welpen dann im Internet an ahnungslose Käufer verscherbelt. Den Welpen droht oft der Tod und neuen Haltern horrende Tierarztkosten.

Hamburger Tierschutzverein initiiert Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel

Um die Bevölkerung für das Leid der Welpen und ihrer Eltern zu sensibilisieren, startete der Hamburger Tierschutzverein nun eine Kampagne. „Solange Menschen für Online-Welpen Geld bezahlen, geht der Handel weiter. Dagegen müssen wir dringend etwas tun.“ Der Präsident des Tierschutzvereins Thomas Schröder betont: „Unsere Tierschutzvereine und Tierheime bekommen das Ausmaß und das Leid des illegalen Welpenhandels an vorderster Front zu spüren – ein Zustand, der nicht länger hinnehmbar ist.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Hamburger Tierschutzverein

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