Liebesdienste wieder möglich

Herbertstraße öffnet wieder – doch DAS geht immer noch nicht!

In Hamburg ist bezahlte Liebe mit Einschränkungen wieder erlaubt. Doch was genau ist noch nicht wieder möglich? Hamburger Dame klärt auf.

Hamburg – Hamburger Arbeiterinnen dürfen wieder ihrem Beruf nachgehen – mit Einschränkungen. Nach dem Lockdown ist seit Freitag, 11. Juni, endlich wieder ein wenig Normalität für den Berufszweig eingekehrt, der in Hamburg nicht nur eine beträchtliche Ausbreitung hat. Er ist durch Reeperbahn und Herbertstraße in St. Pauli natürlich sogar Kult.

Nun dürfen die Damen in der Herbertstraße wieder ihre Dienste anbieten, müssen sich dabei allerdings an ein paar Auflagen halten. Wie auch in anderen Berufsgruppen ist der Kundenkontakt nur mit Maske erlaubt. Das schließt natürlich einige erotische Möglichkeiten aus.

StraßeHerbertstraße
StadtteilSankt Pauli
Länge 60 Meter
Postleitzahl20359
Stadt Hamburg

Herbertstraße Hamburg: Nichts mit dem Mund – Maske ist auch für diesen Beruf Pflicht

In einer globalen Pandemie, die den Menschen das Beisammensein verbietet, gestaltet sich der dieser Job schwierig. Frauen wie Josefa Nereus (36) haben unter der Pandemie und den Auflagen besonders gelitten, weil diese ihren Beruf schlichtweg unmöglich gemacht haben. Seit Freitag, 11. Juni, dürfen die Damen in der Herbertstraße, in der auch Josefa ihre Ein-Zimmer-Wohnung hat, endlich wieder ihrer Tätigkeit nachgehen.

Wie überall ist der Kundenkontakt aber auch hier noch an strenge Regeln geknüpft. Liebesdienste, ja. Küsse und Oralverkehr, nein. Da sowohl die Damen als auch die Freier während der gemeinsamen Zeit einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen, fallen etwaige Tätigkeiten mit dem Mund eben weg.

In der Hamburger Herbertstraße bieten Damen wieder ihre Dienste an – mit Einschränkungen

Laut Josefa ist das allerdings gar nicht so schlimm, denn nach der langen Pandemie-Zeit, die viele Menschen einsam zu Hause verbringen mussten, sehnen sich viele einfach nach Nähe. Der Geschlechtsverkehr sei da bald schon zweitrangig. „Die Nähe ist wichtiger. Viele Kunden waren sehr einsam und hatten im Alltag keinerlei Berührungen“, erklärt sie gegenüber der BILD.

Eine weitere Regel: Ein Negativ-Test von beiden Seiten muss sein. Den bietet Josefa ihren Kunden allerdings ebenfalls an und macht ihn direkt vor Ort mit ihnen zusammen.

Rotlicht in der Krise – Viele Damen leben von Staatshilfe

Für den Berufszweig der bezahlten Liebesdienste wird es Zeit, dass endlich wieder ein wenig Alltag einkehrt. Davon kann auch Laura (30) ein Lied singen. Die Hamburgerin lebte in den Zeiten des Lockdowns und der Schließungen von Staatshilfen, bekam gerade einmal 446 Euro im Monat. Zwar sei sie dankbar für die Unterstützung, doch an ihren ursprünglichen Verdienst komme die Summe lange nicht heran. „Früher, als die Geschäfte noch gut liefen, habe ich das an einem Tag verdient“, sagt sie gegenüber der BILD.

Mit ihren Ängsten um die Zukunft ist die „Pink Palace“-Mitarbeiterin nicht allein. Die ganze Branche hat im vergangenen Jahr gelitten. Laura erklärt: „Ich bin mit vielen Leuten aus dem Rotlicht in Kontakt. Alle haben Existenzängste und Depressionen, sitzen zu Hause rum und suchen nach Mitteln und Wegen aus der Krise.“

Online-Videos bringen ein wenig Taschengeld für einige Damen, doch Laura wünscht sich den Normalzustand zurück. In der virtuellen Erotik sehe sie keine Zukunft.

Herbertstraße: Endlich wieder geöffnet – Vernissage feiert Rotlicht-Branche

Der ersehnte Normalzustand könnte in Hamburg aber schon bald wieder eintreten, denn ab sofort sind Herbertstraße und Reeperbahn wieder geöffnet. Um das zu feiern, fand am Donnerstag, 10. Juni, eine Demonstration in der Herbertstraße statt. Dazu wurden in einer kleinen Vernissage Bilder der Künstlerin Maike Dirks gezeigt, die im letzten Jahr die Bewegung „Sexy Aufstand Reeperbahn“ mit ihrer Kunst unterstütze. Viele Arbeiterinnen hatten sich vergangenes Jahr zu dieser Initiative zusammengeschlossen, um auf ihre Nöte aufmerksam zu machen.

Diese wurden nun endlich erhört. „Das Beste ist, mit den Frauen zu sprechen. Sie kennen die Regeln sehr genau und haben auch das größte Interesse daran, die Regeln einzuhalten, damit geöffnet bleiben kann“, sagt Mitte-Bezirksamtschef Falko Droßmann (SPD), der bei der Vernissage zu Gast war. „Was in der Corona-Zeit passiert ist, ist, dass aus dieser Anonymität sich doch ein enger Zusammenhalt entwickelt hat. “ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/IMAGO & ZUMA Wire/IMAGO

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