In Hamburg droht Chaos

A7-Sperrung, Gratis-HVV, Bahn Streik: ADAC sieht „Katastrophe“ kommen

  • Susanne Kröber
    VonSusanne Kröber
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Es sollte ein schönes Wochenende für Hamburger werden: Verkaufsoffener Sonntag und Gratis-HVV-Nutzung stehen an. Nun droht durch Lokführer-Streik Verkehrschaos.

Hamburg – Aktuell müssen sich Bahnkundinnen und -kunden auf den bisher längsten Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL einstellen. Ab Donnerstag, 2. September, bis zum folgenden Dienstagmorgen kommt es zum fünftägigen Bahnstreik im Personenverkehr der Deutschen Bahn. An sich schon Grund genug für Verkehrschaos auf den Straßen. Besonders hart wird es dabei aber Hamburg treffen.

Denn in der Hansestadt könnten am Wochenende verschiedene Faktoren für einen Verkehrskollaps sorgen. Für massive Probleme dürfte die Vollsperrung der A7 sorgen. Dazu kommt der verkaufsoffene Sonntag, parallel können am 5. September alle Verkehrsmittel des HVV für lau genutzt werden.

Sperrung der A7: Auf diesem Teilstück kommt der Verkehr zum Erliegen

Die Sperrung der A7 betrifft das Teilstück zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Volkspark und dem Dreieck Nordwest. Ganze 55 Stunden ist die A7 komplett gesperrt, los geht es am Freitag, dem 3. September, um 22 Uhr, und erst am frühen Montagmorgen, 6. September, ab 5 Uhr kann der Verkehr wieder rollen. Ein Ausweichen auf die Bahn ist wegen des Streiks praktisch unmöglich, auch wenn ein Ersatzfahrplan Ausfälle kompensieren soll.

Streiks und Baustellen: Am Wochenende droht in Hamburg ein Verkehrschaos. (24hamburg.de-Montage)

Christian Hieff, Sprecher des ADAC Hansa, warnt laut Hamburger Abendblatt vor einer „echten Katastrophe“. Jeder Hamburger solle sich genau überlegen, was er sich vornehme. „Es sind ja nicht nur die Hamburger unterwegs. Man darf nicht vergessen, dass wir noch immer Rückreiseverkehr haben. In Baden-Württemberg und Bayern enden die Ferien“, so Hieff besorgt. Auch auf den Umleitungsstrecken über die A1, die A21 und die B205 droht Chaos.

Machen Bahnstreik und A7-Sperrung den verkaufsoffenen Sonntag in Hamburg zum Flop?

Die Corona-Pandemie hat den Einzelhandel hart getroffen. Um die Konjunktur wieder anzukurbeln, findet am 5. September ein verkaufsoffener Sonntag in Hamburg statt. Aber der angekündigte Bahnstreik könnte den Kundinnen und Kunden das Shoppen in der Hansestadt erschweren. Denn auch wenn die Angebote des HVV am Sonntag kostenlos genutzt werden können, sind sie aufgrund des Streiks stark eingeschränkt.

Betroffen ist neben dem Regional- auch der S-Bahn-Verkehr. Laut NDR fahren die S1, die S21 und die S3 während des kompletten Wochenendes nur im 20-Minuten-Takt. Hinzu kommen Arbeiten an der U 1 zwischen Ochsenzoll und Fuhlsbüttel-Nord, dort werden am Wochenende Weichen erneuert, ein Ersatzverkehr kommt zum Einsatz.

Bahnstreik am verkaufsoffenen Sonntag stößt auf Unverständnis

Das Wetter in Hamburg und Umgebung soll noch mal richtig sommerlich werden – beste Voraussetzungen eigentlich für einen Shoppingtrip in die City. Macht der Streik der Lokführer nun die Hoffnungen der Einzelhändler zunichte? Brigitte Nolte, Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, äußert gegenüber dem Hamburger Abendblatt ihre Bedenken. „Was nützt ein verkaufsoffener Sonntag, wenn kaum jemand entspannt kommen kann?“

Der Effekt des verkaufsoffenen Sonntags droht so zu verpuffen. „An einem solchen Tag hängt viel Vorbereitung, auch Geld muss in die Hand genommen werden. Gerade in einem Jahr wie diesem, in dem die Geschäftsleute ohnehin extrem gebeutelt sind, und zu einem Zeitpunkt, zu dem die Corona-Lage weiter angespannt ist, halte ich es für unsensibel, jetzt zum Streik aufzurufen“, so Nolte laut Abendblatt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Markus Scholz/Bodo Marks/dpa

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