Die Westküstenautobahn

A23 von Hamburg zur Nordsee – Verkehr, Sperrungen, Rastplätze und Blitzer

  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Die Westküstenautobahn in Richtung Heide bietet spektakuläre Aussichten auf den Nord-Ostsee-Kanal und die Stör, aber auch auf Baustellen.

  • Die Bundesautobahn A23 führt von Hamburg bis Heide und wird wegen ihres Verlaufs auch Westküstenautobahn genannt.
  • Mehrere große und kleine Städte sowie Flüsse und Kanäle säumen den Weg.
  • Unfälle und Baumaßnahmen führen auf der BAB 23 immer wieder zu stockendem Verkehr.

Hamburg – Die A23 verläuft von Hamburg aus gen Norden und bietet den Stadtbewohnern, aber auch allen anderen Bundesbürgern damit die Möglichkeit, zügig ans Meer zu gelangen. Außerhalb der Reisesaison dient die Hauptverkehrsstraße jedoch eher der Anbindung des Umlandes, sodass alle Bewohner der Westküste und der städtischen Randgebiete schnell ins Zentrum Hamburgs gelangen können.

Dies ist vor allem für Pendler praktisch, denn so lässt sich ein Leben im Grünen wunderbar mit einem Job in der Stadt kombinieren. Diesen Vorteil haben mittlerweile aber viele Berufstätige erkannt, weshalb es auf der A23 zwischen Hamburg und Heide zeitweise sehr voll werden kann. Wegen der Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie ist die A23 im Frühjahr deutlich weniger befahren, Staus und Unfälle rar.

A23 Hamburg: Blick auf den Verlauf der Autobahn

Die A23 Hamburg-Heide – auch Bundesautobahn 23, kurz BAB 23, oder Westküstenautobahn genannt – führt von der Hansestadt aus in Richtung der schleswig-holsteinischen Stadt Heide. Oder andersherum gesehen: Die BAB 23 beginnt in Heide und führt auf ihrem Weg nach Hamburg an den Städten Albersdorf, Itzehoe, Elmshorn und Pinneberg sowie dem Festivaldorf Wacken vorbei. In der Hansestadt angekommen, geht die A23 fließend in die A7 über, sodass Autofahrer und Autofahrerinnen von hier aus wunderbar in alle Richtungen Deutschlands gelangen.

Gleiches gilt für das andere Ende der BAB 23, denn ab Heide bietet die Bundesstraße 5 eine ideale Weiterführung. So werden auch die Städte Eiderstedt und Husum sowie die Fähren, die zu den nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Co. übersetzen, an das Autobahnnetz Deutschlands angebunden. Die Gesamtlänge der A23 Hamburg-Heide beträgt 87 Kilometer. So sind viele Gebiete verknüpft – für ein möglichst flächendeckendes Straßennetz, das Handel ermöglicht, Pendlern den Arbeitsweg erleichtert, Nordsee-Touristen schnell ans Ziel bringt und Anwohner miteinander verbindet. Betreiber der Autobahn ist die Bundesrepublik Deutschland.

A23 Hamburg: Parkplätze, Raststätten und Co.

Direkt an der A23 Hamburg-Heide gibt es keine Raststätten und daher auch keine Tankstellen. Entsprechend empfiehlt es sich, vor der Auffahrt in Hamburg-Eidelstedt bzw. Heide-West nochmal den Tank zu befüllen, falls die Anzeige danach verlangt. Für Notfälle befindet sich an der Ausfahrt 15 bei Tornesch zudem ein Autohof mit ARAL Tankstelle, P+R Pendlerparkplatz, Ladestation, Supermarkt und Burger King, sodass auch ein Tank- oder Toilettenstopp zwischendurch kein Problem darstellt. Außerdem gibt es entlang der BAB 23 in beiden Fahrtrichtungen vier Parkplätze mit Toiletten:

  • Parkplatz Forst Rantzau
  • Parkplatz Steinburg
  • Parkplatz Kaaksburg
  • Parkplatz Dithmarscher Geest

Für einen kleinen Stopp, bei dem man sich die Beine vertreten will, ist der Rastplatz BAB 23 Brücke Nord-Ostsee-Kanal ideal, denn von diesem geht ein Weg ab, der zu einer Aussichtsplattform direkt an der A23 Hamburg-Heide führt. Von hieraus bietet sich ein schöner Blick auf den gewaltigen Nord-Ostsee-Kanal, der von der Autobahn-Brücke Hohenhörn überspannt wird und von Kiel bis Brunsbüttel einmal quer durch Norddeutschland führt.

A23 Hamburg: Blitzer, Baustellen und Sperrungen

So wie auf jeder deutschen Autobahn kann auch auf der A23 Hamburg-Heide Gas gegeben werden. An einigen Stellen muss das stählerne Ross jedoch gezügelt werden, denn Tempolimits sorgen für die nötige Sicherheit. Feste Blitzer, die die Verkehrsteilnehmer mithilfe eines roten Blitzlichts an die Geschwindigkeitsbeschränkungen erinnern würden, gibt es entlang der Strecke allerdings nicht. Stattdessen finden sich auch auf der BAB 23 in regelmäßigen Abständen Baustellen mit Vollsperrung von Fahrbahnen und Abfahrten – schließlich ist der Fahrbahnbelag einem hohen Verschleiß ausgesetzt und muss daher regelmäßig erneuert oder ausgebessert werden. Hierunter leidet natürlich die Verkehrslage, weshalb es an einigen Stellen zu stockendem Verkehr kommen kann. 

Ein Beispiel: Bis Ende Februar 2020 wurden auf der Westküstenautobahn, genauer gesagt direkt am Streckenabschnitt Heide-West, Kabelarbeiten durchgeführt. In diesem Zuge wurden neue Masten errichtet und 380-KV-Leitungen verlegt. Während der Baumaßnahmen wurde der Ausfädelungsstreifen gesperrt und die Abfahrt verkürzt. Laut Norddeutschem Rundfunk (NDR) sind auf der A23 Hamburg-Heide vorerst keine weiteren Baustellen geplant. Falls der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hier doch wieder aktiv werden muss, findet sich zeitnah ein entsprechender Hinweis in der Baustellen-Übersicht.

A23 Hamburg: Unfallrisiko auf Autobahnen

Mit der Tachonadel steigt auch die Unfallgefahr an. Bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h reicht eine kleine Unaufmerksamkeit – sei es der Fahrbahnwechsel ohne Schulterblick, der fehlende Sicherheitsabstand oder ein tückischer Sekundenschlaf – und schon ist ein Unfall passiert. Häufig können die nachfolgenden Autos nicht mehr rechtzeitig bremsen, sodass es auf Schnellstraßen wie der A23 Hamburg-Heide oft zu verheerenden Massenkarambolagen mit Personenschaden kommt. Massenunfälle dieser Art ereignen sich auf deutschen Autobahnen etwa fünf- bis sechshundertmal pro Jahr.

Während es im Süden Deutschlands häufig zu Unfällen kommt, die durch Wildwechsel verursacht werden, gibt es im Norden des Landes kräftige Windböen, die den Wagen schnell ins Schleudern bringen. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten kann der Wagen nicht mehr unter Kontrolle und in der Bahn gehalten werden. Daher gilt – auf allen Autobahnen und nicht nur auf der A23 – der Leitsatz: Bei starken Winden lieber das Tempo drosseln.

A23 Hamburg-Heide: Welche Ziele liegen am Wegesrand?

  • Flugplatz Ahrenlohne bei Itzehoe
  • Gartenschau Arboretum bei Ellerhoop
  • 4 mal Mediamarkt (Halstenbek, Elmshorn, Itzehoe und Heide)
  • 5 mal McDonalds (AD HH-Nordwest, Pinneberg, Elmshorn, Itzehoe und Heide)
  • Möbel Höffner in Eidelstedt

A23 Hamburg: Kerstin Ott als Ersthelferin

Eine Massenkarambolage musste auch die Schlagersängerin Kerstin Ott schon miterleben. Als diese in der Silvesternacht 2019/20 auf der A23 Hamburg-Heide unterwegs war, breitete sich plötzlich starker Nebel aus. Aufgrund der schlechten Sicht und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, die die Fahrbahn der A23 in eine Rutschpiste verwandelten, krachten um etwa 1:30 Uhr mehrere Autos auf Höhe Itzehoe ineinander. Zahlreiche Menschen wurden hierbei verletzt. 

Ersthelferin am Unfallort: Kerstin Ott. Und diese hat plötzlich nicht mehr viel zu lachen, denn bis die Rettungskräfte eintreffen, hilft sie den Verletzten aus ihren Autos. Anstatt zu helfen, gruppieren sich jedoch bald einige unsensible Gaffer um sie herum, die Selfies und Autogramme verlangen. Kerstin Otts Urteil: So etwas geht gar nicht!

A23 Hamburg: Verkehrslage und Staumelder

Wie überall anders gilt auch auf der A23 Hamburg-Heide: Wo viele Autos unterwegs sind, kommt es schnell mal zu Störungen, sodass der fließende Verkehr ins Stocken gerät. Ausgelöst durch Baustellen, die eine Fahrbahnverengung bedingen, oder durch Unfälle, die oft den gesamten Verkehr lahmlegen – die Verkehrslage kann sich von jetzt auf gleich verändern. Viele Navigationssystem reagieren hierauf und verändern die Route, sodass Streckenstörungen gekonnt umfahren werden. Infos über Verkehrsbehinderungen und Staumeldungen gibt es außerdem auch im Radio und online beim ADAC Staumelder.

Übrigens: Auf der A23 Hamburg-Heide stockt es während der Hauptverkehrszeiten meist im Kreis Pinneberg. Oft staut es sich aber auch auf der A7 vor dem Elbtunnel. Die Auswirkungen dieses Störungsherds lassen sich nicht selten noch am Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und auf der A23 spüren. Die aktuelle Lage am AD HH-Nordwest lässt sich live per Webcam verfolgen.

A23 Hamburg: Geschichte der Westküstenautobahn

Die A23 Hamburg-Heide zählt zu den jüngeren Autobahnen Deutschlands. Erst 1964 begann der Bau mit dem Streckenabschnitt bis zur Hamburger Landesgrenze, der als Umgehung der A7 dienen sollte und bei der Ortsdurchfahrt Krupunder/Rellingen eine Umsiedlung von fünfzig Familien bedingte. 1975 kam der Streckenabschnitt bis Elmshorn hinzu, 1981 der bis Itzehoe. Das letzte Stück der BAB 23 bis Heide wurde schließlich im Jahr 1990 fertiggestellt. Seither ist die Westküste optimal an das bundesdeutsche Verkehrsnetz angeschlossen.

Gerade der letzte Bauabschnitt von Itzehoe bis Heide barg jedoch einige Schwierigkeiten. In diesem Bereich wurde die Bundesstraße 204 ab Baubeginn im Jahr 1984 zur Autobahn ausgebaut und saniert. Unter anderem wurden hierbei Lärmschutzwände errichtet und Drän- oder Flüsterasphalt eingesetzt. Der erste Spatenstich erfolgte zwischen dem Ort Schafstedt und der bis heute betriebenen Kanalfähre Hohenhörn. Letztere quert den Nord-Ostsee-Kanal, der für die Bauarbeiten der A23 Hamburg-Heide ein großes Hindernis darstellte. Die 56 Meter hohe und 360 Meter lange Autobahnbrücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, wurde am 20. Mai 1989 eingeweiht. Insgesamt kostete der 45 Kilometer lange Bauabschnitt 402 Millionen DM.

A23 Hamburg: Bauliche Besonderheiten

Die Westküstenautobahn verläuft von Hamburg bis Heide vierspurig. Dies war jedoch nicht immer der Fall: Bei der Überquerung der Stör auf Höhe Itzehoe gab es einen acht Kilometer langen Streckenabschnitt, der zunächst nur zweispurig war. Ab Mitte 2011 wurde die alte Störbrücke jedoch durch zwei neue, jeweils zweispurige Brücken ersetzt. Außerdem interessant: Von Itzehoe bis Heide passieren alle Autofahrer und Autofahrerinnen, die auf der A23 Hamburg-Heide unterwegs sind, genau siebzig Brücken. Für Kinder und gelangweilte Beifahrer empfiehlt es sich, diesen Fakt zu überprüfen – so ergibt sich ein unterhaltsames Zählspiel für zwischendurch.

Mit einem Bürgerfest wird am 24. Oktober 2015 die Eröffnung der zweiten Autobahnbrücke über die Stör in Itzehoe (Schleswig-Holstein) gefeiert. Die Brücke ist Teil eines 159 Millionen Euro teuren „Lückenschlusses“ der Autobahn A23 zwischen Hamburg und Heide.

Rubriklistenbild: © dpa

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