Parkgebühren in Hamburg

Parken in Hamburg: 360 Euro pro Parkausweis für SUVs!

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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In Tübingen müssen SUV-Besitzer für einen Parkausweis 360 Euro zahlen. Droht SUV-Fahrern in Hamburg ein ähnliches Schicksal?

Hamburg/Tübingen – In Tübingen haben es SUV-Fahrer nicht leicht. Wer einen großen Wagen hat, muss auch mehr für seinen Anwohnerparkplatz zahlen – so die Logik, die sich hinter der drastischen Maßnahme von Boris Palmer (Grünen) verbirgt. Stolze 360 Euro muss ein SUV-Fahrer demnach für einen Anwohnerparkplatz löhnen – rund zehnmal mal so viel wie bisher.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Autofahrer von kleineren Fahrzeugen hingegen müssen nur die Hälfte des Geldes aufbringen und Besitzer von E-Autos zahlen sogar noch weniger. Die drastische Maßnahme von Tübingens Bürgermeister Boris Palmer ist längst auch in Hamburg Thema. Müssen Menschen für ihren SUV bald auch in der Hansestadt mehr zahlen?

SUV-Fahrer in Tübingen zahlen 360 Euro für einen Parkausweis

Erst vor kurzem passte Hamburg die Gebührenordnung für das Parken in Wohngebieten an. 50 Euro haben Autofahrer nun für einen Anwohner-Parkausweis zu zahlen. Damit ist das Parken für Anwohner in Hamburg mittlerweile doppelt so teuer wie zuvor. Für Uta Bauer, Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Urbanisierung, ist diese Maßnahme ein wichtiger Schritt, wenngleich sie auf weitere Konsequenzen hofft. „In Hamburg müssen so viele Autos geparkt werden, dass der Platz einfach nicht ausreicht“, sagte die Mobilitätsforscherin.

Eine Erhöhung der Parkplatz-Gebühr könne bei Autofahrern dahingehend einen Denkprozess einleiten, dass sie in Zukunft auf ein selten genutztes Auto oder einen Zweitwagen verzichten. In Tübingen setzt man derweil auf eine drastischere Verkehrs-Politik, die auch außerhalb Baden-Württembergs polarisiert. Hier ist sind die Gebühren an die Größe der Autos angepasst, wodurch SUV-Fahrer 360 Euro für einen Anwohner-Parkausweis zahlen müssen.

Bürgermeister Boris Palmer möchte mit dieser drastischen Maßnahme die Menschen auffordern, mehr den Nahverkehr zu nutzen. Eine ähnliche Strategie fährt auch Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die kürzlich einen höheren Benzinpreis forderte. Die Logik dahinter ist offensichtlich: Ein größeres Auto benötigt mehr Platz und muss daran auch gemessen werden. Müssen SUV-Fahrer bald auch in der Hansestadt solche Konsequenzen fürchten?

Müssen SUV-Fahrer in Hamburg bald mehr fürs Parken zahlen?

Parkraum in Hamburg: „Knappes Gut, das auf schamlose Weise billig zum Parken zur Verfügung gestellt wird“

Uta Bauer fordert ein Umdenken in der Hamburger Verkehrspolitik. Der Parkraum sei ein „knappes Gut“, das „auf schamlose Weise billig zum Parken zur Verfügung gestellt wird“. Dass andere Städte wie Tübingen oder auch Freiburg den Gebührenkatalog anhand der Fahrzeuggröße bemessen, hält die Mobilitätsforscherin für eine gute Entscheidung. So sei der Gebrauch eines SUVs besonders aus ökologischer wie sozialer Sicht zu hinterfragen.

Inwiefern ein hohes Strafmaß Menschen vom SUV-Fahren abhalten könnte, ist jedoch auch für sie zweifelhaft. Eine Erhöhung der Parkplatz-Gebühr hätte für sie lediglich „Symbolcharakter“, der langfristig kaum einen Effekt hätte. Ähnlich betrachten Hamburgs Parteien die Debatte um die Extra-Gebühren für SUVs. Vielen Politikern ist die ökologische Komponente beim SUV-Fahren schon seit längerem ein Dorn Auge.

Kritik an SUV-Fahrern wächst – müssen sie in Hamburg jetzt auch mehr zahlen?

„SUV sind in im Stadtverkehr kritisch zu hinterfragen. Mit Blick auf Unfallwirkungen, Klimabilanz und Platzverbrauch ergeben sich bei SUV im Stadtverkehr viele Fragezeichen, die kritisch diskutiert werden können“, so Hamburgs SPD-Politiker Ole Thorben Buschhüter. Doch die Einführung von Gebühren, die explizit SUVs regulieren soll, betrachtet der verkehrspolitische Sprecher der SPD kritisch.

Diese Auffassung teilen viele Politiker in Hamburg. Für die Linke, die im Zuge der Corona-Pandemie ein kostenloses HVV-Ticket für Hartz-IV-Empfänger einforderte, sei ein solches Vorhaben „reine Symbolpolitik, die mit einer echten Verkehrswende nichts zu tun hat“. Gleichermaßen distanziert sich die Hamburger Grünen von ihrem Parteikollegen aus Baden-Württemberg, der die Maßnahme in Tübingen längst realisierte. Eine Erhöhung der Anwohnerparkplatz-Gebühren haben SUV-Fahrer in Hamburg also in Zukunft nicht zu befürchten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Hanno Bode

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