Ungeimpfte ausschließen?

Corona in Hamburg: Senat verabschiedet 2G-Regel

  • Tomasz Gralla
    VonTomasz Gralla
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Die Inzidenz in Hamburg steigt erneut an. Nun hat der Senat neue Corona-Regeln beschlossen. Doch die Kulturbranche zeigt sich bei der 2G-Regel gespalten.

Hamburg – Die Infektionszahlen steigen stetig und die Corona-Lage in Hamburg verschärft sich. Der Hamburger Senat um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher liebäugelt deswegen mit einer Verschärfung der Corona-Regeln, konkret ist von dem 2G-Modell die Rede. Doch einige Kultureinrichtungen halten nicht viel von der Idee – andere wiederum begrüßen die geplanten Maßnahmen.

24hamburg.de* enthüllt die neusten Corona-Beschlüsse hier.

Corona-Lage in Hamburg (laut RKI)Stand: 19.08.2021
Sieben-Tage-Inzidenz:75,9
Neue Fälle im Vergleich zum Vortag:304
Aktive Covid-19-Fälle:circa 2900
Todesfälle insgesamt:1636

Neue Corona-Regeln in Hamburg: Theater begrüßen 2G, sehen aber die Politik in der Verantwortung

Noch haben die 2G-Regeln in Hamburg keinen Bestand und es bleibt abzuwarten, wie und ob tatsächlich diese konkret umgesetzt werden. Der Kaufmännische Geschäftsführer am Thalia Theater, Tom Till, fordert deswegen „mehr Informationen [und] klare Angeben“ von der Politik, zitiert das Hamburger Abendblatt Till. Als öffentliches Haus sei das Thalia Theater grundsätzlich „für alle“ geöffnet und grenze niemanden aus, so der Kulturschaffende weiter.

Das St. Pauli Theater positioniert sich klar für die 2G-Regeln, die aus Sicht der Theaterleiter Ulrich Waller und Thomas Collien „der einzige wirtschaftliche Weg mit Perspektive“ sei, um „einen weiteren drohenden Lockdown zu verhindern“.

Grundsätzlich hoffen viele Kulturschaffende auf klare Vorgaben vonseiten des Senats. Insbesondere städtische Unternehmen wie die Elbphilharmonie und die Laeiszhalle erwarten deutliche Rahmenbedingungen und warnen davor, die Entscheidungen über den Gesundheitsschutz der Bevölkerung den Veranstaltern aufzudrücken.

Trotz steigender Corona-Zahlen in Hamburg: Kinos und Clubs lehnen 2G-Regel ab

Stand 19. August 2021 liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg laut dem Robert-Koch-Institut bei 75,9 – das macht die Hansestadt zu dem Bundesland mit der aktuell höchsten Inzidenz. Seit Ausbruch der Pandemie starben 1.636 mit oder an dem Coronavirus. Die vierte Welle erwischt Hamburg mit voller Wucht.

Hamburger Senat beschließt 2G-Regeln für Gastro und Kultur. Betreiber sind skeptisch. (24hamburg.de-Montage)

Trotz dieser Zahlen sehen viele Kinos den Sinn der 2G-Maßnahmen nicht und argumentieren, dass der Zuschauer sich „derzeit noch den Abstand zum Sitznachbarn wünscht“, so der Zeise-Geschäftsführer Matthias Elwardt gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Eine 2G-Regelung würde nämlich bedeuten, dass der Mindestabstand in den Kultureinrichtungen nicht mehr eingehalten werden müsste, was zu einer vollen Auslastung und somit mehr Einnahmen führen könnte. Doch Kinobetreiber fürchten, „zu viele potenzielle Besucher auszuschließen“, gesteht Savoy-Betreiber Hans-Joachim Flebbe und kündigt an, es vorerst weiterhin bei 3G zu belassen.

Auch Clubbetreiber zeigen sich skeptisch ob der drohenden neuen Corona-Regel. Jeder Versuch, die Branche wieder zum Leben zu erwecken, sei lobenswert. Gleichzeitig wolle man niemanden ausschließen, betont „Nochtspeicher“-Betreiber Constantin von Twickel: „Wir vom Nochtspeicher möchten uns für 3G, sprich geimpft, genesen, getestet aussprechen. Wir sind ein offener Kulturraum, und möchten niemanden ausgrenzen.“

Neue Corona-Regeln in Hamburg: Senat plant 2G

Laut dem Senatssprecher Marcel Schweitzer arbeitet der Senat aktuell daran, die Gesetzeslage dahingehend zu ändern, dass das 2G-Modell Anwendung finden kann. Sollen alles klappen, könnte die Verordnung schon kommende Woche verabschiedet werden. Sollte diese neue Corona-Regel in Kraft treten, müssen Ungeimpfte mit Einschränkungen bei Veranstaltungen und privaten Treffen rechnen. Ein negativer Antigen-Schnelltest berechtigt dann nicht zu einer Teilnahme bei einer 2G-Veranstaltung. *24hamburg.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/Sophia Kembowski/dpa & Christian Ohde/imago

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