Landespressekonferenz

2G in Hamburg! Peter Tschentscher zur neuen Corona-Regel

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Für einige Menschen wird sich in Hamburg ab jetzt vieles verändern: Denn für Veranstaltungen und Gastronomien gilt ab dieser Woche das 2G-Optionsmodell.

Hamburg – Am heutigen Dienstag, 24. August wurde ab 12:30 Uhr bei der Landespressekonferenz die aktuelle Corona-Lage in Hamburg besprochen. Im Mittelpunkt stand dabei die Einführung der neuen „2G-Regelung“, die ab dieser Woche in der Hansestadt gilt. Demnach können ungeimpfte Getestete in Zukunft von Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Bürgermeister Peter Tschentscher verkündete bei der Landespressekonferenz: „Die Pandemie ist seit einiger Zeit in eine neue Phase eingetreten.“

Bürgermeister von Hamburg:Peter Tschentscher
Geboren:20. Januar 1966 (Alter: 55 Jahre) in Bremen
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Bürgermeister von Hamburg seit 2018

Allen Impfmuffeln steht nun ein harter Einschnitt in ihr Sozialleben bevor: Als erstes Bundesland Deutschlands plant Hamburg, mit der 2G-Regel nur noch Geimpfte und Genesene für Veranstaltungen und Restaurantbesuche zuzulassen. Denn Veranstalter und Restaurantbetreiber können sich anhand des neuen Modells dazu entschließen, Ungeimpfte trotz negativem Corona-Testnachweis nicht mehr durch ihre Türen zu lassen.

2G-Regel: Streng für Ungeimpfte – mehr Vorteile für geimpfte und genesene Personen

Wichtig ist dabei jedoch: Das 2G-Modell beruht auf freiwilliger Basis. Veranstalter, Gastronomen, Hotelbesitzer, Kinos und alle anderen öffentlichen Angebote haben die Möglichkeit, die 2G-Regel ab dem kommenden Samstag bei sich einzuführen – sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet, Ungeimpfte auszuschließen. Die Kultureinrichtungen Hamburg haben diesbezüglich gemischte Gefühle.

Für diejenigen, die das 2G-Modell aber annehmen, erübrigen sich im Zuge dessen einige Beschränkungen. Unter strengen Zugangskontrollen können Abstandsvorgaben, die Testpflicht sowie weitere bereichsspezifische Vorgaben, beispielsweise Tanzverbot oder Sitzplatzvergaben, entfallen. Auf diese Weise können auch wieder mehr Menschen unterschiedliche Angebote wahrnehmen.

Die einzige Ausnahme: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können im Rahmen der Verantwortung ihrer Erziehungsberechtigten unabhängig vom Impfstatus an 2G-Angeboten teilnehmen. Für Menschen, die sich aus Gründen wie einer Schwangerschaft nicht impfen lassen können, bleibt die 2G-Regelung jedoch bestehen.

2G-Regel in Hamburg kommt! Peter Tschentscher verkündet die neuen Corona-Regeln. (24hamburg.de-Montage)

2G-Regelung in Hamburg: Strenge Kontrolle, aber großzügige Lockerungen für Geimpfte

Betriebe, die sich der neuen 2G-Regel ab dem kommenden Samstag annehmen wollen, müssen sich online dafür registrieren und einige Vorschriften beachten:

  • Modell wird deutlich erkennbar für Publikum ausgewiesen
  • Zugangskontrolle mit Lichtbildausweis sowie Impfnachweis
  • Personal mit Kundenkontakt muss ebenfalls geimpft sein
  • Maskenpflicht in Innenräumen
  • Verstoß führt zu Bußgeld und Verlust der Möglichkeit, 2G-Option zu nutzen

Doch der Aufwand lohnt sich. Denn abgesehen von den Erleichterungen einiger Vorschriften, können Veranstaltungen (dazu zählen auch Hochzeiten) unter dem 2G-Modell dreimal so viele Teilnehmer inkludieren. Außerdem darf mit dem 2G-Modell von jetzt an in Innenräumen mit Maske getanzt werden.

3G2G
Außen ohne feste Sitzplätze:250 Personen750 Personen
Innen ohne feste Sitzplätze:50 Personen150 Personen

Live-Musikspielstätten mit dem 2G-Modell in Hamburg

Und auch darauf haben die Hamburger lange gewartet: Mit dem 2G-Optionsmodell werden die Vorschriften für Live-Musikspielstätten endlich etwas entspannter. Sollten Ungeimpfte nicht länger auf derartigen Veranstaltungen zugelassen werden, gilt kein Abstandsgebot mehr, aber dafür eine freie Anordnung der Steh- und Sitzplätze.

Außerdem wird die Testpflicht aufgehoben. Eine Maske wird jedoch nach wie vor auch beim Tanzen in Innenräumen vorgeschrieben. Außen liegt die Personenzahlgrenze mit dem 2G-Modell ohne Tanz bei 2000 Menschen, mit Tanz bei 750. In Innenräumen wird die Teilnehmerzahl ohne Tanz auf 1300 begrenzt, bei einer Tanzveranstaltung auf 150 Personen.

Peter Tschentscher über das 2G-Modell in Hamburg: „Dieser Schritt hat große Chancen.“

Peter Tschentscher begründet die Einführung des 2G-Optionsmodells mit den folgenden Worten: „Geimpfte und Genesene haben im Vergleich zu Ungeimpften keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen.“ Das lässt sich auch anhand von Zahlen belegen: Momentan liegt die 7-Tage-Inzidenz in Hamburg knapp unter 80 – seit einigen Tagen sinkt der Wert sogar wieder.

Die Inzidenz von ausschließlich Geimpften liegt jedoch laut Tschentscher unter 5. Aus diesem Grund müssten Beschränkungen seiner Ansicht nach verhältnismäßig erfolgen und nur so lange aufrechterhalten werden, wie sie auch zur Pandemiebekämpfung sinnvoll sind. Der Bürgermeister ist zuversichtlich: „Dieser Schritt hat große Chancen.“

Corona-Tests: Kürzere Gültigkeit und bald kostenpflichtig

Vor der Landespressekonferenz wurde bereits beschlossen, dass Corona-Tests von nun an eine kürzere Gültigkeit mit sich bringen als gewohnt. Ein PCR-Test ist jetzt nur noch 48 Stunden valide, ein Schnelltest sogar nur 24 Stunden. Ausgeschlossen von dieser neuen Regel sind lediglich Kinder unter sieben Jahren sowie Schüler während der Schulzeit. Corona-Tests sind übrigens bald auch nicht mehr kostenfrei erhältlich.

Die Vernachlässigung von Corona-Tests hat in Hamburg einen Grund: „Die 2G-Option ist viel, viel sicherer als das, was wir mit diesen Tests veranstalten“, erklärt Bürgermeister Tschentscher. Außerdem versichert er in der Landespressekonferenz, dass mithilfe des 2G-Modells kein genereller Lockdown mehr erfolgen wird, „auch wenn die Infektionszahlen steigen würden.“

Im Zuge dessen appelliert der Erste Bürgermeister zum wiederholten Mal an alle, die Impfempfehlung anzunehmen. „Es lebt sich in Zukunft einfacher, wenn man geimpft ist“, lautet das Fazit des Hamburger Politikers. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/imago images & Christian Ohde/imago images

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