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2G-Plus-Regel: „Ungewisse Zukunft“ – Hamburgs Clubszene schlägt Alarm

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Kulturbranche gehört zu den am stärksten betroffenen Bereichen der Corona-Pandemie. Nun stehen sie erneut vor einer ungewissen Zukunft – und melden sich zu Wort.

Hamburg – Thore Debor ist derzeit ein viel beschäftigter Mann. Was weniger daran liegt, dass er im Club Salon Hansen in Lüneburg involviert ist, hinter dem Coworkingspace Freiraum in der niedersächsischen Kleinstadt und auch der Vernetzungsplattform Lebendiges Lüneburg steht. Denn Debor ist seit 2012 auch Vorsitzender des Clubkombinats, so heißt der Interessenverband Hamburger Musikclubs, dem derzeit 184 Mitglieder angehören. Darunter Spielstätten, Festivals und Veranstalter.

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie stehen die Clubs immer wieder im Fokus, obwohl sie nie als Pandemietreiber ausgemacht wurden. Debor hat also alle Hände voll zu tun – gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) äußerte er sich nun zu den aktuellen Schwierigkeiten der Hamburger Livemusikstätten.

Name:Clubkombinat Hamburg e.V.
Gründungsdatum:6. Juli 2004
Anschrift:Kastanienallee 9, 20359 Hamburg
Website:www.clubkombinat.de

Hamburger Nachtleben: 2G Plus macht Betreibern zu schaffen – keine Alternativkonzepte wie im Sommer

Hätten sich die Clubs Hamburgs im Sommer noch teilweise durch bestuhlte Open Air-Veranstaltungen helfen können, die in oder in der Nähe ihrer Räumlichkeiten wie etwa beim Molotow (Backyard) oder Knust (Lattenplatz) oder eigens initiierten Veranstaltungsreihen (Draußen im Grünen, Knust2Go auf der Eislaufbahn im Planten un Blomen) stattfanden und für wenigstens einen Teil der sonst möglichen Besucher ein Livemusikbesuch möglich gemacht haben, fallen solche Alternativen aufgrund der Witterungen nun weg.

Fassade des Molotow Clubs an der Reeperbahn
Auch der traditionsreiche Hamburger Molotow Club hat mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Im Sommer waren Konzerte im Hinterhof noch unter 3G-Bedingungen möglich – das ist jetzt nicht mehr der Fall. © Hanno Bode/Archivbild/imago images

Dazu kommt die Verschärfung der 2G-Regel, genannt 2G Plus, die jetzt nicht statt einer Impfung oder Genesung, sondern trotz dessen auch einen tagesaktuellen Schnelltest notwendig macht. „Insbesondere bei 2G-Plus-Veranstaltungen ist ein fortwährender Einbruch bei den Gästezahlen zu verzeichnen“, lässt Debor gegenüber der dpa nun wissen und führt das sowohl auf den Mangel an Testkapazitäten, als auch das geschwundene Vertrauen der Besucher zurück. Auch müsse vielerorts wieder am Platz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

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Hamburger Nachtleben: Die Clubszene steht erneut vor einer ungewissen Zukunft

„Viele Konzerte und Tourneen sind reihenweise abgesagt und das Veranstaltungsjahr 2021 nahezu vorzeitig gelaufen“, führt Debor weiter aus. Und das nicht zum ersten Mal. Seit Anbeginn der Pandemie kommt es, aufgrund der Schließungen der Clubs, der bestehenden Regeln oder der Vorsicht der Künstler, zu Tourabsagen beziehungsweise Verschiebungen. Teilweise haben Künstler ihre während der Pandemie veröffentlichte Musik noch nicht dem Publikum präsentieren können.

Debor berichtet davon, dass die ersten Clubs von sich aus ihr Programm eingestellt hätten – da ein Offenhalten unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich keinen Sinn für sie machen würden. „Die Clubszene steht somit erneut vor einer ungewissen Zukunft“, so Debor. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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