Regeln sorgen für Zoff

2G Hamburg: Heftige Anfeindungen – Gastronomen haben Angst vor Gästen

  • Jan Knötzsch
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Gastronomen dürfen bei Anwendung der 2G-Regel Nicht-Geimpften den Zugang verbieten. Nicht alle trauen sich das. Die Furcht vor Stress und Ärger spielt mit.

Hamburg – Das Szenario ist ganz einfach. Und es passiert wieder und wieder. Vermutlich in jeder x-beliebigen Stadt. Auch in Hamburg: Gäste möchten gerne, nachdem viele Beschränkungen der Coronavirus-Pandemie weggefallen sind, die neue Freiheit nutzen und mal wieder so richtig schön essen gehen. Oder zusammen etwas trinken. Der Gastronomiebetrieb ist schnell ausgewählt, ab geht‘s zur Location – und dann die große Ernüchterung. In der ausgewählten Lokalität gilt die 2G-Regel. Aber nicht jeder ist komplett Geimpft oder Genesen.

Spätestens dann nimmt das Drama seinen Lauf. Diskussionen. Stress. Ärger. Auch in der Hansestadt Hamburg. Der Zoff, der in so einer Situation entstehen kann, ist extrem. Der Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga spricht sogar davon, dass Gastronomen Angst vor Gästen haben.

Branchenverband:Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V. (Dehoga)
Zweck:Interessenvertretung des Gastgewerbes
Gründungsdatum:1949
Sitz:Berlin
Mitgliederzahl:65.000

2G in Hamburg: Regeln erlauben Clubs und Diskotheken viel – in der Gastronomie sorgen sie für Ärger

Die neuen 2G-Regeln haben auf dem Kiez die Rückkehr von Partys in Hamburg ermöglicht. In Clubs, in denen die 2G-Regel gilt, kann auf der Reeperbahn ohne Maske und Abstand gefeiert werden. Nach schier unendlich langem Warten ist die Freude auf der Partymeile im Hamburger Stadtteil St. Pauli endlich zurück. Doch die Sache mit 2G ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist die Maskenpflicht unter anderem beim Tanzen gefallen und auch die Stadien dürfen komplett ausgelastet werden – aber hier geht der Ärger schon los.

Wegen der 2G-Regel kommt es immer öfter zum Streit zwischen Gastronomen und Gästen – auch in Hamburg. (24hamburg.de-Montage)

Während der FC St. Pauli schon längst auf die 2G-Regel setzt, kann beim Hamburger SV von der 2G-Regel im Volksparkstadion noch immer keine Rede sein. Und auch in den Kneipen, Gaststätten und Restaurants in Hamburg ist die Sache nicht einheitlich geregelt. Das gilt auch für den Rest Deutschlands. Gastronomen dürfen in vielen Bundesländern in ihren Betrieben die 2G-Regel anwenden – viele tun das, aber viele eben auch nicht. Sie wollen Auseinandersetzungen mit der Gruppe der Impf-Unwilligen aus dem Weg gehen.

2G in Hamburg: Verband Dehoga schildert drastische Zustände – 2G-Regeln oft aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich

Das ist zumindest die Auffassung des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Dessen Geschäftsführerin Ingrid Hartges hat sich dahingehend gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) geäußert. „Die Anfeindungen, die Gastwirte erleben, sind teilweise schon heftig“, erklärt Hartges beim RND.

Nicht-Geimpfte hätten oft kein Verständnis für die Entscheidungen der Betreiber. Diese verzichten nach Hartges‘ Meinung aber noch aus einem anderen Beweggrund auf die Anwendung der 2G-Regel: „Sie können nicht einfach auf 30 Prozent ihrer Gäste verzichten.“

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Und in noch einem anderen Punkt gibt die Dehoga-Geschäftsführerin via RND stellvertretend deutlich die Meinung der Gastronomen wieder: „Die optionale 2G-Regel dient nach Ansicht vieler unserer Mitgliedsunternehmen insbesondere dazu, die Impfquote zu erhöhen“, erklärt Hartges und ergänzt: „Deshalb haben sie den Eindruck, dass hier eine kontroverse Debatte auf ihrem Rücken ausgetragen wird.“

Die Kehrseite der Medaille namens 2G-Regel, die Clubs und Diskotheken die Möglichkeit zur Öffnung gibt. Aber in der Gastronomie eben für viele Probleme sorgt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hanno Bode/imago & agefotostock/imago

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