Thomas Drach droht Sicherungsverwahrung

Reemtsma-Entführung: 25 Jahre später – neue Details aufgedeckt

  • Christian Einfeldt
    vonChristian Einfeldt
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Thomas Drach geriet 1996 aufgrund der Reemtsma-Entführung in die Schlagzeilen. Eine erneute Festnahme erfolgte im Februar. Nun kommen neue Details ans Licht.

Köln – Die Entführung des Hamburger Millionärs Jan-Philipp Reemtsma ging 1996 als eine der spektakulärsten wie gefährlichsten Kriminaldelikte ihrer Art in die Geschichte ein. Als Drahtzieher gilt Thomas Drach. Er erpresste 1996 das höchste Lösegeld, das je in Deutschland gezahlt wurde. Heute ist er Medienberichten zufolge pleite und seine kriminellen Machenschaften gehen weiter: Der 60-Jähre steht unter Verdacht, in mindestens drei Raubüberfälle sowie in Drogengeschäfte verwickelt zu sein.

Name:Thomas Drach
Geboren:1961 (Alter 60 Jahre), Erftstadt

25 Jahre nach Reemtsma-Entführung: Thomas Drach an drei Raubüberfällen beteiligt

Thomas Drach befand sich in der Wohnung eines Freundes in Amsterdam, als er am 23. Februar 2021 festgenommen wurde. Auch wenn der Termin für die Auslieferung Drachs weiterhin unklar ist*, ist es nur eine Frage der Zeit bis er in Deutschland in Sicherungsverwahrung sitzt. Dem Reemtsma-Entführer wird vorgeworfen, hinter mehreren Überfällen aus den Jahren 2018 und 2019 zu stecken.

In Köln und Frankfurt am Main soll Thomas Drach mithilfe von Komplizen mindestens drei Raubüberfälle auf Geldtransporter begangen haben. Ein ähnliches Kriminaldelikt wird auch einem Musiker aus Bonn vorgeworfen: Anstelle eines Geldtransporters soll er ein Goldtransporter in Nordrhein-Westfalen überfallen haben: Ein teurer Film soll das Leben von Deutschrapper Xatar darstellen.

Der letzte Raubüberfall von Drach glich einem Action-Film-Szenario: Am 9. November 2019 parkten zwei Fahrer einen Geldtransporter vor einer Ikea-Filiale in Frankfurt am Main. Als einer der Geldboten mit 58.600 Euro im Gepäck sein Wagen öffnen wollte, stürzte ein Mann auf ihn zu – in seiner Hand ein Revolver. Dem zunächst unbekannten Mann gelang es die immense Geldsumme an sich zu reißen. Es fielen Schüsse, doch auch das sollte ihm nicht abhalten können.

Verbrannter Fluchtwagen brachte Raubüberfälle von Thomas Drach ans Tageslicht

Sein Fluchtwagen setzte er fünf Kilometer vom Tatort entfernt ab. Der Täter wollte alle Spuren vernichten, doch was er nicht wusste: An der Haltung des Kennzeichens konnten wenig später DNA-Nachweise gesichert werden. Die Hinweise verdichten sich, dass nur Thomas Drach hinter dem Raubüberfall und der Schießerei, die beinahe gar das Leben des Geldboten kostete, stecken könnte.

Thomas Drach: Nach mehreren Raubüberfallen erwartet ihm nun eine lange Haftstrafe.

Auch die Frage, woher das Fluchtauto stammt, konnte wenig später beantwortet werden. Es handelte sich dabei um einen Wagen eines Bekannten von Drach, der das Auto zwei Monate zuvor als gestohlen gemeldet hatte. Die Behörden sind sich sicher: Er zählt zu Drachs Komplizen, die zuvor am Flughafen Köln/Bonn sowie vor einer Ikea-Filiale in Köln ähnliche Kriminaldelikte begangen haben soll.

Thomas Drach soll auch in Drogengeschäfte verwickelt sein

Thomas Drach, der bereits im Alter von 13 Jahren anfing, Autos zu klauen und nie einen Beruf ausgeübt hatte, wurde im Oktober 2013 aus dem Gefängnis entlassen. Mehr als 14 Jahre saß der Berufskriminelle in Hamburg hinter Gittern. Doch wie die Fälle seiner jüngsten Raubüberfälle zeigen, konnte die Freiheitsstrafe kein Umdenken bewirken. Bereits am ersten Tag seiner Haftentlassung nahm er Medienberichten zufolge Kontakt zu Drogenschmugglern auf.

2014 werden 81 Kilo Kokain im Wert von zwölf Millionen Euro sichergestellt. Auch bei diesem Verbrechen soll Drach seine Finger im Spiel haben. Es gibt zwar noch keine Überstellung von Reemtsma-Entführer Drach*, doch seine kriminellen Taten könnten sich schon bald erneut rächen. Seit Jahrzehnten besitzt Thomas Drach keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, das könnte sich bald ändern: Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er das Kölner Gefängnis sein zu Hause nennen kann. *24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © TV News Kontor/dpa

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