Spanien-Urlauber geht feiern

Reiserückkehrer wird Corona-Superspreader: 130 Hamburger in Quarantäne

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Ein Spanien-Urlauber ging nach seiner Rückkehr trotz Verdacht auf eine Corona-Infektion feiern. Die Konsequenz: 130 Hamburger müssen in die Quarantäne. 

Hamburg – Bereits ein Tag nach seiner Deutschland-Rückkehr zeigte er Krankheitssymptome, die auf eine Corona-Infektion hingewiesen hatten. Wie sich jetzt herausgestellt hat, hatte sich ein Mann aus Hamburg bereits in seinem Urlaub infiziert. Trotz des Verdachts, sich das Corona-Virus eingefangen zu haben, ging er am Samstag, dem 10. Juli, in zwei Bars feiern. Nun müssen 130 Menschen in Quarantäne – im schlimmsten Fall sind sogar über 1000 Personen betroffen.

Corona-Infektionen in DeutschlandQuelle: Our World in Date, Stand: 16. Juli
Fälle insgesamt3,75 Mio.
Genesen3,64 Mio.
Todesfälle91.346

Reiserückkehrer mitverantwortlich: Corona-Inzidenz steigt bundesweit

Während der Sommerferien explodiert der Inzidenzwert in Spanien, bei den unter 30-Jährigen liegt er gar bei 1000. Scheinbar unaufhaltsam weist das gesamte Land bereits eine Inzidenz von über 300 auf. Dennoch möchten viele Urlauber nicht auf ihren Spanien-Urlaub verzichten – und so steigen auch in Deutschland wieder die Corona-Fälle. Aus diesem Grund forderte Hamburgs Bürgermeister Tschentscher kürzlich erst die Quarantäne-Pflicht für alle Reiserückkehrer.

Wie der NDR kürzlich unter Berufung auf die Hamburger Gesundheitsbehörde mitteilte, gehen derzeit etwa ein Drittel aller Neuinfektionen in der Hansestadt Hamburg auf das Konto von Reiserückkehrern. Das Fazit: Für den Inzidenzwert in Hamburg sind mittlerweile viele Reiserückkehrer verantwortlich. Die meisten von ihnen kommen aus Spanien, das schon bald zum Hochinzidenzgebiets erklärt werden könnte*.

Ein Reiserückkehrer ging feiern – jetzt müssen 130 Menschen in Quarantäne.

Reiserückkehrer könnte bis zu 1000 Menschen in die Quarantäne schicken

So auch ein Mann aus Hamburg. Auch wenn er vor und nach der Reise negativ getestet sei, zeigte er bereits unmittelbar nach seiner Ankunft erste Symptome einer Corona-Infektion. Mittlerweile ist klar: Bereits in Spanien, wo der Inzidenzwert aktuell vor allem in der Gruppe jüngerer Menschen explodiert, hat er sich mit dem Virus infiziert. Für Urlauber aus Spanien könnte darum bald Quarantänepflicht gelten, sobald sie nach Deutschland zurückkommen. Trotz des Verdachts einer Infektion ging der junge Mann in zwei Hamburger Clubs auf der Langen Reihe in St. Georg feiern. Zwischen 20 Uhr und 1 Uhr sei er am letzten Samstag in der Kneipe „Kitty Wu“ und in der „M&V-Bar“ unterwegs gewesen.

Medienberichten zufolge wurden in beiden Bars den Hygienevorschriften nicht streng genug Folge geleistet. So soll seien die Abstände zwischen den Tischen nicht entsprechend eingehalten worden sein und auch der Kontaktnachverfolgung sei man nur lasch nachgegangen. Die Konsequenzen des Abends bekommen jetzt auch die weiteren 130 Kneipenbesucher aus Hamburg, wo die Delta-Variante mittlerweile dominiert, zu spüren. Sie müssen jetzt in häuslicher Quarantäne bleiben. Es drohen sogar Quarantäne-Anordnungen bis zu 14 Tagen – auch für vollständig Geimpfte.

Da mittlerweile bereits mehrere Tage vergangen sind, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich in der Zwischenzeit auch weitere Menschen infiziert haben. Demnach müssten auch deren Kontakte die Quarantäne-Auflagen wahrnehmen. Im schlimmsten Fall könnten dann mehr als 1000 Menschen betroffen sein.

Ähnliche Fälle gab es kürzlich auch in Niedersachsen. Einerseits gab es eine Corona-Party in Hannover*, andererseits soll ein Fußballer in Georgsheil mit Corona in die Disco* gegangen sein. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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