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„Joker“-Parodie: „The People‘s Joker“ darf nach der Premiere beim Filmfestival in Toronto nicht mehr gezeigt werden

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Von: Janine Napirca

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Vera Drew‘s „The People‘s Joker“ darf aus rechtlichen Gründen nicht mehr gezeigt werden. Premiere feierte die „Joker“-Parodie beim Internationalen Filmfestival in Toronto.

Als „heißesten Film des Toronto International Filmfestival (TIFF), der alles hat: eine transsexuelle Coming-of-Age-Geschichte, eine nicht autorisierte Version eines kultigen Comic-Bösewichts und eine Unterlassungserklärung von einem der größten Medienkonzerne der Welt“ bezeichnet Slate.com den Film „The People‘s Joker“. Die „Joker“-Parodie wird aber wohl nach der Premiere nicht wieder gezeigt werden. Während weder Filmemacherin Vera Drew noch Warner Bros, das die Filmrechte am DC-Bösewicht besitzt, sich bislang geäußert haben, informiert Toronto International Film Festival 2022 auf seiner Seite, dass der Film aufgrund rechtlicher Probleme zurückgezogen wurde.

Bei dem Film, in dem Vera Drew Joker the Harlequin spielt – eine Transfrau, die in der Underground-Comedy-Szene von Gotham City Fuß zu fassen versucht, schrieb sie das Drehbuch und führte auch Regie. Sie tut sich mit Oswald Cobblepot, auch bekannt als Pinguin, zusammen und geht eine emotional manipulative Beziehung mit einer Figur ein, die auf Jason Todd, auch bekannt als Robin, basiert – einem Transmann, der einst Bruce Waynes minderjähriges Mündel war und zu seinem Liebhaber gemacht wurde. „The People‘s Joker“ greift verschiedene Batman-Filme auf.

Rechtliche Probleme: Warum konnte Vera Drews „The People‘s Joker“ überhaupt gedreht und veröffentlicht werden?

Die Schöpferin von „The People‘s Joker“ Vera Drew beruft sich einem Bericht von Filmstarts zufolge auf die sogenannte Fair-Use-Doktrin, die besagt, dass urheberrechtlich geschütztes Material in einem gewissen Rahmen zum Zwecke der Kritik, der Stellungnahme, der Berichterstattung, der Bildung oder der Wissenschaft genutzt werden darf – das schließt auch Parodien, die sehr eng mit dem Original verknüpft sind, ein. Andernfalls würden sie jedoch als nicht erlaubte Satire gelten.

Joaquin Phoenix als Joker 2019 im roten Anzug auf der Treppe
Für die Darstellung des „Joker“ erhielt Joaquin Phoenix den Oscar als bester Hauptdarsteller. „The People‘s Joker“ parodiert die DC-Produktion. © Warner Bros Pictures/Imago

Der Programmgestalter des TIFF Midnight Madness, Peter Kuplowsky, soll Polygon.com zufolge ein treuer Unterstützer von „The People‘s Joker“ sein, weswegen er sich einer einstweiligen Verfügung widersetzte, wodurch der Film eine öffentliche Vorführung erhielt.

Auch mit einer weiteren Produktion aus dem Batman-Universum scheint es Probleme gegeben zu haben. Ursprünglich sollte nämlich die neue DC-Serie „Gotham Knights“ 2021 erscheinen, nun hat Warner Bros. jedoch bestätigt, dass die Serie am 21. Oktober 2022 veröffentlicht wird.

Twitter: Filmemacherin Vera Drew rechnete wohl mit Problemen bei ihrem Film „The People‘s Joker“

Ein Tweet der Schöpferin von „The People‘s Joker“ lässt vermuten, dass sie bereits mit Problemen gerechnet haben könnte: „Ich habe keine Ahnung, wie der heutige Tag verlaufen wird, und mein Team möchte natürlich, dass ich nichts sage, also bleibe ich vage... aber was auch immer in den nächsten Stunden passiert, ich möchte, dass ihr wisst... wenn ihr darauf gewartet habt, unseren Film zu sehen, werdet ihr bald dazu kommen. Bleibt dran und bleibt bei mir. Brauche eure Hilfe“

Worum geht es in der „Joker“-Parodie „The People‘s Joker“ von Vera Drew?

In „The People‘s Joker“ erzählt Vera als Joker the Harlequin ihre Geschichte. So ist sie laut Polygon.com beispielsweise süchtig nach einem Lachgas, das ihr in ihrer Kindheit von einem Arzt verschrieben wurde, der ihre Transidentität unterdrücken wollte. Als ihre Verwandlung abgeschlossen ist, tanzt sie laut Bericht eine 2D-Darstellung der berühmten „Joker-Treppe“ hinunter. Außerdem soll „The People‘s Joker“ Oden an Batman-Geschichten wie „Batman: Hush“, „The Dark Knight Returns“ und Todd Phillips‘ „Joker“ enthalten. Des Weiteren hat die Figur eine emotional missbräuchliche Romanze mit „Mr. J“, einer männlichen Transversion des Jokers von Jared Leto aus David Ayers „Suicide Squad“ aus dem Jahr 2016. 

Da Sie „The People‘s Joker“ zumindest wohl nicht in nächster Zeit sehen können, vertreiben Sie sich doch einfach die Zeit gemütlich zu Hause auf dem Sofa mit den Neuheiten auf Netflix, neuen Filmen und Serien bei Amazon Prime Video oder streamen Sie neue Titel auf Disney Plus.

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