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„Wir müssen gerüstet sein“: Innenministerin warnt vor Angriffen

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Innenministerin Nancy Faeser hält gezielte Angriffe auf den Energie-Sektor für möglich und warnt vor Attacken auf die Infrastruktur und Gas-Terminals.

Hamburg – Derzeit beschäftigt Deutschland vor allem eines: Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf das eigene Leben. Denn: Nicht nur das Gas wird knapp, sondern auch die Preise steigen in fast allen Lebensbereichen. Die Inflation droht Millionen von Menschen in die Armut zu stürzen. Uns droht ein kalter Winter und sogar ein Blackout, der für Deutschland katastrophale Auswirkungen hätte. Und als wäre das nicht schon genug, warnt Innenministerin Nancy Faeser zusätzlich vor Anschlägen auf die kritische Infrastruktur und Gas-Terminals in Deutschland.

„Wir müssen gegen mögliche Attacken auf Gas-Terminals und andere kritische Infrastruktur gerüstet sein“, sagte Faeser der Bild am Sonntag in einem Interview.

„Das nehmen wir sehr ernst“: Innenministerin Faeser hält Angriffe auf den Energiesektor für möglich

„Vorstellbar sind gezielte Attacken auf den Energiesektor oder der Versuch von ­Ex­tremisten, legitimen Protest zu missbrauchen wie in der Corona-Krise“, so Faeser weiter. Alarmieren würde sie auch der Versuch von Linksextremisten, Klimaproteste für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und die Gefahr von rechts, sagte die Innenministerin weiter. „Das nehmen wir sehr ernst“.

Nancy Faeser
Innenministerin Nancy Faeser warnt vor Angriffen auf kritische Infrastruktur und Gas-Terminals. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Deshalb solle trotz überall steigender Kosten auf keinen Fall bei der inneren Sicherheit gespart werden, versicherte die Innenministerin. „Die Bundespolizei stärken wir in diesem Jahr mit 1000 neuen Planstellen. Ich habe Christian Lindner davon überzeugen können, dass wir in diesen Sicherheitsbereichen nicht sparen dürfen“, sagte Faeser dazu der Bild am Sonntag.

Cyberangriffe aus Russland bleiben große Bedrohung: „Wir müssen uns schützen“

Neben Angriffen aus rechten und linken Lagern innerhalb des Landes, bleiben auch russische Cyberangriffe eine große Gefahr für Deutschland. Schließlich könnte auch ein Hackerangriff die kritische Infrastruktur im Land so lahmlegen, dass ein Blackout die Folge sein könnte. Die Behörde für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat bereits eine Checkliste für den großen Stromausfall herausgegeben.

Nancy Faeser betonte im Interview mit der Bild am Sonntag: „Es hat noch keinen erfolgreichen größeren russischen Cyberangriff auf deutsche Systeme seit Kriegsbeginn gegeben – auf andere europäische Staaten aber schon.“ Das zeige, welch herausragende Arbeit von den Sicherheitsbehörden in Deutschland geleistet würde, so die Innenministerin.

Auch vor diesem Hintergrund müsse in den kommenden Jahren viel Geld in die innere Sicherheit investiert werden. Für die kommenden zehn Jahre prognostiziert Faeser einen Rahmen von etwa 20 Millionen Euro. Das sei zwar viel Geld, aber angesichts der russischen Bedrohung auch nötig – das wisse auch der Bundesfinanzminister, so Faeser.

Deutschland in der Krise: Kaum Gas, wenig Wasser, steigende Preise

2022 ist in Deutschland schon jetzt das Jahr der Krise. Gerade dem Höhepunkt der Coronapandemie entkommen, sorgen der Ukraine-Krieg, die Gas-Krise, die Inflation und die aktuelle Hitzewelle für große Sorgen im Land. Zusätzlich zur Inflation wird die Gasumlage die Kosten der Verbraucher ab Oktober in die Höhe treiben. Das neue Entlastungspaket von Christian Lindner kann da kaum Abhilfe schaffen.

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Durch die enorme Hitzewelle in Europa 2022 wird außerdem vielerorts das Wasser knapp. Andere Länder haben bereits den Wassernotstand ausgerufen – auch Deutschland plant für diesen Fall vor.

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