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Neue Giftspinne in Deutschland? Haut kann nach Biss absterben

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Von: Karolin Schäfer

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Die Braune Einsiedlerspinne kommt überwiegend im Süden der USA vor.
Die Braune Einsiedlerspinne kommt überwiegend im Süden der USA vor. (Archivbild) © imago

Die Nosferatu-Spinne ist inzwischen auch in Deutschland heimisch. Nun soll eine neue Giftspinne entdeckt worden sein – die ist aber wesentlich giftiger.

Kassel – Sie sehen mit ihren acht Beinen für den ein oder anderen zwar furchteinflößend aus: In Deutschland lebende Spinnen sind in der Regel aber harmlos. Das gilt auch für die sich hierzulande ausbreitende Nosferatu-Spinne. Das haarige Tier schafft es zwar, sich bei Gefahr durch menschliche Haut zu beißen – gefährlich wird es aber nicht. Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sei ihr Biss mit einem Wespenstich vergleichbar.

Nun soll offenbar eine neue Giftspinne in Deutschland gesichtet worden sein: Die Braune Einsiedlerspinne (Loxosceles reclusa), wie RTL berichtete. Ihr Biss wird allerdings weitaus gefährlicher eingeschätzt, als der der Nosferatu-Spinne. Bei Nicht-Behandlung kann sich die betroffene Stelle zu einer Nekrose – also das Absterben von Gewebe – entwickeln.

Giftspinne in Deutschland gesichtet? Biss der Braunen Einsiedlerspinne kann Nekrose auslösen

Die Braune Einsiedlerspinne zählt zu der Familie der Sechsäugigen Sandspinnen, ähnlich wie die chilenischen Winkelspinne (Loxosceles laeta) und Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens). Das Tier wird zwischen sechs und 20 Millimeter groß, ist braun oder gelblich und über den Hinterkörper verläuft ein dunkler Strich. Diese Beschreibung würde zumindest auf das Aussehen der Spinne passen, die eine Familie in ihrem Auto entdeckt hat, berichtete RTL. „Boah krass, das ist eine Giftige“, hört man einen Mann im Video sagen. Wo genau die Entdeckung gemacht wurde, ist zunächst noch unbekannt.

In Deutschland ist die Braune Einsiedlerspinne nicht heimisch, sondern im Mittleren Westen und im Süden der USA, informierte das medizinische Handbuch MSD Manuals. Tödliche Spinnenbisse sind demnach auch in den Vereinigten Staaten äußerst selten. Laut MSD Manuals gibt es weniger drei Todesfälle pro Jahr.

Neue Giftspinne in Deutschland? Biss der Braune Einsiedlerspinne wird erst nach Stunden spürbar

Ein Biss der Loxosceles reclusa kann zwar schwere Wunden auf der Haut hinterlassen, die meisten heilen aber ohne Komplikationen wieder ab, hieß es weiter. Bei schweren Wunden hingegen könnte ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Aggressiv ist die kleine bräunliche Spinne nicht, sondern eher scheu. Sie beißt nur zu, wenn sie sich bedroht fühlt.

Zunächst spürt man den Biss der Giftspinne nicht, teilt die Pennsylvania State University mit. Erst nach einiger Zeit intensivieren sich die Schmerzen und es kann zu einer Nekrose kommen. Bei besonders schweren Fällen kann es innerhalb von zwölf bis 36 Stunden etwa infolge einer Nierenschädigung tödlich enden. Dies ist allerdings äußerst selten – in den meisten Fällen führt ein Biss zu keiner Reaktion oder lediglich zu rote Pusteln. Der US-amerikanischen Universität zufolge sind vermeintliche Bisse der Braunen Einsiedlerspinne oft auf andere Ursachen zurückzuführen, etwa Kontakt mit Giftefeu oder chemische Verbrennungen.

Ob es sich in dem Video tatsächlich um eine Braune Einsiedlerspinne handelte, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Beim Spinnenatlas arages.de ist bislang noch keine Sichtung des Tieres in Europa registriert worden. Lediglich die Braune Violinspinne wurde dem Portal zufolge zweimal in Europa gesichtet: In Spanien und auf der griechischen Insel Kreta.

Braune Einsiedlerspinne: Experte hält Ausbreitung der Giftspinne in Deutschland für unwahrscheinlich

Angst vor einer Spinneninvasion braucht man nach der augenscheinlichen Sichtung nicht zu haben. Die Gefahr einer Ausbreitung in Deutschland von Loxosceles-Arten sieht Biologe Robert Klesser nicht. Zudem seien die Winter hierzulande viel zu hart für die Tiere, sagte er dem MDR. Auch Wanderbewegungen seien normal, erklärte der Experte. Darüber hinaus würden „immer wieder Arten irgendwohin verschleppt.“ Doch nicht alle Spinnentiere aus wärmeren Breitengraden kommen mit den Lebensbedingungen in neuen Umgebung zurecht. Sollten Sie doch mal eine furchterregende Spinne zu Hause entdecken, gilt einiges zu beachten. Der Nabu bittet, das Tier nicht zu töten. Spinnen spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle. (kas)

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