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Cold Cases in Baden-Württemberg: Kennen Sie die Frau mit dem Blumenrock?

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Von: Martina Lippl

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Cold Case in Baden-Württemberg: Wer ist die Frau in dem Blumenrock? Das BKA rollt in einer Kampagne ungelöste Mordfälle auf.
Cold Case in Baden-Württemberg: Wer ist die Frau in dem Blumenrock? Das BKA rollt in einer Kampagne ungelöste Mordfälle auf. © Polizei Freiburg

Sie wurde nur 20 Jahre alt. Ihre Leiche wurde in einer Erdgrube gefunden. Der Namen des Opfers ist bis heute unklar. Das Bundeskriminalamt (BKA) will das jetzt ändern.

Wiesbaden – Der Mordfall liegt Jahrzehnte zurück. Die Identität der „Frau mit dem Blumenrock“ ist bis heute noch ungeklärt. Nun rollt das BKA den Cold Case wieder auf. Ihr Name könnte eine Spur zu ihrem Mörder sein, hoffen die Ermittler. Es ist einer von 22 Mordfällen mit unbekannten weiblichen Opfern, nach denen im Rahmen der Kampagne „Identify Me“ gemeinsam mit Polizeibehörden in den Niederlanden und Belgien gefahndet wird.

Cold Case in Baden-Württemberg: „Die Frau mit dem Blumenrock“ – BKA sucht Hinweise zum Fall

Im Schwarzwald (Baden-Württemberg) wurde am 24. Juli 1997 – an einem Donnerstag – die Leiche einer Frau in der Nähe eines Wanderparkplatzes in einem Erdloch gefunden. Die Tote war mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet worden. Nach den Ermittlungen muss die etwa 20 Jahre alte Frau bereits mehrere Tage bis etwa zwei Wochen in dem Erdloch gelegen haben. In der Nähe des Fundorts lag eine Bauschaufel. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen von einem Tötungsdelikt aus.

Der Fundort der Leiche lag in der Nähe des Parkplatzes „Weißenbach“ an der Landstraße 151 bei Todtnau (Landkreis Lörrach). Die Tote war 1,64 Meter groß, schlank und hatte 34 Zentimeter langes dunkles Haar. Sie trug einen dunkelblauen Rock mit hellem Blumenmuster, daher stammt auch der Name zu dem ungeklärten Fall, der jetzt unter der Nummer 2023-DE06 geführt wird. Weitere Details zur Fahndung hat das BKA auf einer speziellen Internetseite veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen und das Kriminalkommissariat Lörrach bitten um Mithilfe, heißt es auf der Webseite.

„Die Frau an der Autobahn“ – Polizei bitte Zeugen, sich zu melden

Bei dem zweiten Mordfall fanden Spaziergänger am 16. März 1986 eine bereits stark verweste Frauenleiche in der Nähe eines Parkplatzes an der Autobahn A6 bei St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis). Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Frau damals laut Polizei nicht identifiziert werden. Zum Zeitpunkt des Todes – möglicherweise im Frühjahr/Herbst 1985 - war sie mutmaßlich zwischen 27 und 33 Jahre alt.

„Die Frau an der Autobahn“ mit der Fallnummer 2023-DE02 ist einer von sechs ungeklärten Mordfällen in Deutschland. Weitere Fotos zum Mordfall, Details sowie eine Gesichtsreduktion des Opfers hat die Kriminalpolizei Heidelberg veröffentlicht. 2011 konnten demnach anhand einer Isotypenanalyse von Knochen, Zähnen und Haaren der Toten Hinweise zu deren Herkunfts- bzw. letzten Aufenthaltsort zu Lebzeiten gewonnen werden. Laut dem Ergebnis könnte die Frau womöglich mehrfach ihren Wohn- oder Aufenthaltsort gewechselt haben. Längere Zeit in den Benelux-Ländern (Luxemburg, Belgien, Niederlande) gelebt und sich die letzten zehn Monate ihres Lebens möglicherweise in Großbritannien aufgehalten haben. Das Opfer besitzt laut der Polizei die Blutgruppe A.

„Wir sind auf der Suche nach dem Namen“

Mit der Kampagne „Identify Me“ startet das BKA gemeinsam mit den ausländischen Polizeibehörden am Mittwoch (10. Mai). In Deutschland wird laut der Webseite in insgesamt sechs Fälle gefahndet. Die Klärung der Identität eines Opfers sei oft der Schlüssel zu einem Durchbruch in einem grenzüberschreitenden Ermittlungsverfahren, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir sind auf der Suche nach dem Namen“, sagte Carolien Opdecam von der Bundespolizei in Belgien.

„Auch in vergleichbaren Ermittlungsverfahren, wie etwa bei einem Fall im niederländischen Nederweert, führte die Identifizierung des Opfers letzten Endes zur Festnahme eines Tatverdächtigen. Der Ex-Partner des Opfers konnte in Deutschland festgenommen werden“, wird Anja Allendorf vom BKA zitiert. Erst vor kurzem konnte auch ein Cold Case Fall in Baden-Württemberg geschlossen werden. Mehr als 27 Jahre nach der Gewalttat an einer Frau in Sindelfingen (Kreis Böblingen) wurde ein Mann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Einen Vermisstenfall in Baden-Württemberg könnten Ermittler nach Jahrzehnten lösen. 18 Jahre wartete eine Frau auf ein Lebenszeichen ihres Mannes, dann erfährt sie, was mit ihm geschehen ist. (ml)

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