1. 24hamburg
  2. Bremen

So groß ist der Berg unbearbeiteter Fälle bei der Bremer Polizei

Erstellt:

Von: Fabian Raddatz

Kommentare

So groß ist der Berg unbearbeiteter Fälle bei der Bremer Polizei
Bei der Bremer Polizei hat sich ein großer Berg aus unerledigten Fällen angehäuft. (Symbolbild) © Stephanie Pilick/dpa

Der Berg aus unerledigten Fällen bei der Polizei Bremen wurde bereits verkleinert, doch er ist immer noch groß. Das liegt vor allem an zwei Umständen.

Bremen – Anfang des Jahres wurde bei der Polizei in Bremen eine Rekordmarke erreicht: 17.575 unerledigte Ermittlungsfälle. So berichtet es der Weser Kurier. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Polizeipräsident Dirk Fasse riefen daraufhin eine Projektgruppe ins Leben – mit dem Ziel, die Rückstände abzutragen.

Offenbar mit Erfolg: Von den ehemals 17.575 Fällen seien noch 15.622 Fälle übrig, heißt es in einem Abschlussbericht des Projektteams. Man habe durch Sofortmaßnahmen bis Ende Juli rund 6.100 Vorgänge abarbeiten können. Eine „deutliche Reduktion“, so die Polizei. Doch leider habe die Geschwindigkeit, mit der die unerledigten Fälle abgearbeitet wurden, ebenfalls reduziert.

17.575 unbearbeitete Fälle bei der Bremer Polizei: Das sind die Gründe

Die Polizei führt das auf vor allem zwei Ursachen zurück: Zum einen liegt das an einer deutlichen Zunahme an Fällen seit Jahresbeginn, der höchste Eingang seit fünf Jahren. Zum anderen ist die verringerte Geschwindigkeit auf coronabedingte Personalausfälle bei der Polizei zurückzuführen.

Die derzeitige Reduktion sei also als Erfolg zu werten, doch der angestrebte Idealzustand sei noch weit entfernt, bilanziert die Projektgruppe in ihrem Bericht. Um den Berg unbearbeiteter Fälle weiter abzutragen, sollen die personellen Sofortmaßnahmen ein weiteres halbes Jahr bis Anfang April 2023 weiterlaufen.

Diebstahlsanzeigen von Geschäften lassen den Fall-Berg anwachsen

Den größten Teil haben dabei die Sachverständigen im Bereich Chemie abarbeiten können, die für die Untersuchung von Drogenfunden zuständig sind. Dort wurde das Personal aufgestockt.

Dass Bearbeitungsrückstand seit Ende Juni aber wieder anstieg, das läge nach Angaben des Bremer Innenressorts an der Zunahme der Vorgangszahlen im Bereich der Videoforensik – insbesondere an den Diebstahlsanzeigen von Geschäften. Denn diesen würden immer Videoaufzeichnungen als Beweismittel anhängen.

Auch in dieser Woche gab es für die Bremer Polizei wieder allerhand zu tun: etwa wegen Tritten gegen den Kopf oder auch wegen einer Teenie-Gruppe, die über einen Jugendlichen mit einem Messer herfiel.

Auch interessant

Kommentare