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„Lützerath verteidigen“: Parteibüro der Grünen in Bremen mit Farbe besprüht

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Von: Anika Zuschke

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Das von Aktivisten beklebten Dorfeingangs-Schild von Lützerath.
In Bremen wurde das Parteibüro der Grünen mit Farbe besprüht und der Schriftzug „Lützerath verteidigen“ hinterlassen. (Symbolbild) © David Young/dpa

In Bremen wurde das Parteibüro der Grünen mit Farbe besprüht – und der Schriftzug „Lützerath verteidigen“ hinterlassen. Was dahinter stecken könnte.

Bremen – In der Nacht von Montag auf Dienstag, 8. November 2022, wurde das Parteibüro der Grünen in Bremen mit roter und gelber Farbe besprüht. Die Täter hinterließen unter anderem den Schriftzug „Lützerath verteidigen“. Auf wen die Aktion zurückzuführen ist, wurde noch nicht ermittelt – doch sie könnte diese politischen Hintergrund haben.

„Lützerath verteidigen“: Räumung von Dorf durch Deal der Grünen mit RWE bestätigt

Lützerath ist ein kleiner, leer gezogener Weiler der Stadt Erkelenz in Nordrhein-Westfalen. Diesen will der Energieversorgungskonzern RWE vollständig abreißen will, um den Tagebau Garzweiler auszudehnen. Für genau diesen Plan hat der Parteitag der Grünen Mitte Oktober sein Okay gegeben – und damit das Ende des Dorfes besiegelt. Da die Delegierten den Deal mit RWE billigten, darf die Kohle unter Lützerath bis zum Kohleausstieg 2030 abgebaggert werden. Das Dorf wird also abgerissen.

Klimaaktivisten fühlen sich deswegen von den Grünen verraten. „Viele Menschen hier vertrauen schon lange nicht mehr darauf, dass die Politik irgendwas löst“, sagte die Klimaaktivistin Mara Sauer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie lebt seit einem Jahr in dem kleinen rheinischen Dorf an der Abbruchkante. „Was die Grünen uns als Erfolg verkaufen, ist keiner. Es ist ein Verrat an Idealen.“

Lützerath aktuell: Parteibüro der Grünen in Bremen mit roter und gelber Farbe besprüht

Offiziell lebt zwar niemand mehr in Lützerath, doch sind dort laut dem Stern inzwischen etwa 100 Aktivisten in wechselnder Besetzung untergebracht. Sie leben in Baumhäusern und einem alten Bauernhof, es gibt sogar eine Corona-Teststation und eine große Küche sowie eine kleine Hütte für Pressearbeit. Sollte das Dorf also tatsächlich abgerissen werden, steht wohl eine gewaltvolle Räumung bevor.

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Ob die Sachbeschädigung in Bremen mit Klimaaktivismus in Verbindung steht, lässt sich noch nicht sagen. Fest steht bislang nur, dass die Eingangstür und Glasfassade des Grünen-Büros laut Polizei großflächig mit roter und gelber Farbe besprüht wurden und die Täter unter anderem den Schriftzug „Lützerath verteidigen“ hinterließen. Die Polizei sucht nun nach Zeugen und hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen.

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