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Bremer CDU: Ein Autoring rund um die City und eine Seilbahn

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Von: Elisabeth Gnuschke

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Die einen stört sie, die anderen nicht: Die CDU-Fraktion möchte die Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße verlegen.
Die einen stört sie, die anderen nicht: Die CDU-Fraktion möchte die Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße verlegen. © Kuzaj

Die Bremer CDU-Fraktion setzt weiter auf verschiedene Verkehrsmittel, damit die City für alle erreichbar bleibt. Sie möchte unter anderem einen Autoring, kurze Wartezeiten auf Bus und Bahn sowie eine Seilbahn.

Bremen – Ein Autoring überwiegend als Einbahnstraße rund um die Bremer City, eine deutliche bessere (steuerfinanzierte) Taktung im Nahverkehr (ÖPNV), vernetzte Verkehrsmittel, sanierte Radwege und eine Seilbahn vom Neustädter Bahnhof zur Überseestadt als „innovative Öko-Brücke“ zwischen den Weserseiten – das sind für die CDU-Fraktion Bausteine für eine Mobilitätswende. Grundlage der Pläne soll ein Mobilitätsgesetz sein, in dem Finanzierung und Zeitplan geregelt werden.

Strohmann: „Wir müssen den ÖPNV richtig attraktiv machen“

„Verbote und Beschränkungen werden die Menschen nicht in Busse und Bahnen umsteigen lassen. Wir müssen den ÖPNV also richtig attraktiv machen, das heißt: schnell, bequem und preiswert“, sagte CDU-Fraktionschef Heiko Strohmann am Dienstag bei der Vorstellung des Positionspapiers.

Elf Schwerpunkte nennt die CDU für eine klimafreundliche Mobilitätswende. Ausdrücklich werden dabei alle Verkehrsmittel genannt, auch wenn die City – so wie es das grüne Verkehrsressort von Maike Schafer ebenfalls anstrebt – deutlich autoärmer werden soll.

Martinistraße: Parkhaus aus beiden Richtungen erreichbar

Bleiben wir gleich in der Innenstadt. Grundsätzlich schwebt der CDU eine Einbahnstraße über Tiefer, Altenwall, Am Wall, Herdentor, Bürgermeister-Smidt-Straße, Martinistraße vor – ein Autoring sozusagen. Ist das Parkhaus an der Langenstraße dann nur noch aus Richtung Brill erreichbar? Nein, die Martinistraße wäre das einzige Teilstück auf dem City-Ring, das einspurig in jede Richtung befahrbar bleibt.

Weitgehend verbannt werden sollen Autos künftig aus Schüsselkorb, Knochenhauer-, Carl-Ronning- sowie Ansgaritorswallstraße (Ausnahmen: Lieferverkehr, Anwohner). Auch wenn in diesem Bereich das Parkhaus Mitte abgerissen wird, bleibt den Autofahrern nach Meinung der CDU genug Parkraum in anderen Garagen. Zwischen Wall und Martinistraße soll die City zur „Flanierstadt“ umgestaltet werden. Bars, Restaurants, Läden und Betriebe sollen verstärkt mit Lastenrädern beliefert werden (Stichwort: „Letzte Meile“). Am Wall sollen die Parkbuchten einem breiteren Bürgersteig mit Gastronomie weichen. Die betonierte Wallseite soll begrünt und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet werden – zwecks Einbeziehung der Wallanlagen. Auf einer superbreiten Fahrradstraße, so will es auch das grüne Verkehrsressort, dürfen die Radfahrer in beide Richtungen sausen. Man darf gespannt sein auf abenteuerliche Situationen, wenn Fußgänger die neue Barriere Fahrradstraße überqueren wollen.

CDU: Straßenbahn raus aus der Obernstraße

Weiterhin strebt die CDU die Verlegung der Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße an, wie Strohmann und Hartmut Bodeit deutlich machten. Dann könne die Obernstraße durch Sitzbänke, Begrünung und Außengastronomie aufgepeppt werden.

Und wie will die CDU Autofahrer zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen? Nun, ganz wichtig sind der Fraktion häufigere Taktungen, auch, um überfüllte Busse und Bahnen zu vermeiden. Bodeit: „Das Ziel muss unser Bremen-Takt sein, der garantiert, dass niemand zwischen 6 und 21 Uhr länger als zehn Minuten auf Bus oder Bahn wartet.“ Das gelte auch für Pendler aus dem Umland, beispielsweise von der Haltestelle beim Rathaus Stuhr. „Pendler müssen schnell in die Stadt gelangen“, betonte Bodeit. Dafür brauche es nicht nur günstige Nahverkehrstickets, sondern auch kurze Wartezeiten auf den nächsten Bus.

Wer sein Auto abschafft, soll kostenlos ein ÖPNV-Jahresticket bekommen

Außerdem fordert die CDU eine bessere Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel (Bodeit: Um nicht die Mobilität des einen gegen die Mobilität des anderen auszuspielen), ein 365-Euro-Ticket (kostenlos für Bremer, die ihr Auto abschaffen oder den Führerschein abgeben), die kostenlose ÖPNV-Nutzung in der Innenstadt, mehr Car-Sharing, Fahrrad-Premiumrouten – und eben eine Seilbahn. Das entlaste die B 75 und die Überseestadt und lasse beide Weserseiten enger zusammenwachsen. Zudem sei eine Seilbahn ein touristischer Höhepunkt. Sie brauche kaum Platz auf dem Boden, sei leise und stehe nicht im Stau.

Die Idee für eine Seilbahn in Bremen hatte Anfang 2019 das damals SPD-geführte Wirtschaftsressort ins Spiel gebracht. Studenten der Hochschule Bremen um ihren Professor Carsten-Wilm Müller hatten entsprechende Pläne entwickelt. Nach der Bürgerschaftswahl legte die grüne Senatorin Schaefer die Pläne ad acta.

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